Film „The End of Meat“ in Buchholz am 25.2.2018

Auf Initiative des Runden Tisches Natur-, Umelt und Tierschutz Buchholz (RTNUT) wird am Sonntag, 25.2.2018, um 11 Uhr im Movieplexx Kino (Bremer Straße) der neue Film „The End of Meat“ von Marc Pierschel gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit dem Regisseur und anderen Fachleuten. Außerdem wird ein Bufett mit veganen Häppchen angeboten (vom Stadtfest weiß man: lecker, lecker!). Info-Stände von der Albert-Schweitzer-Stiftung, der Initiative „Animal Equality“, der Solawi-Gruppe „Solidarische Landwirtschaft Nordheide“ und der regionalen Gruppe „Voice for the Voiceless“  werden aufgebaut. Der Runde Tisch hatte vor vier Jahren auch schon den Film „Live and Let Live“ des Regisseurs gezeigt.

Bildergebnis für the end of meat
Der Film:

In seiner Dokumentation „The End Of Meat” beschäftigt sich Regisseur Marc Pierschel mit der Frage, wie eine Gesellschaft ohne Fleischverzehr und der damit einhergehenden Ausbeutung von Tieren aussehen könnte. Dazu interviewt Pierschel Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge darzulegen. Er trifft zwei Kanadier, die mit einem Hausschwein leben, trifft die Pioniere der veganen Revolution in Deutschland und reist in die erste vegetarische Stadt Indiens. Außerdem beschäftigt Pierschel sich mit einer Reihe Fragen, die geklärt werden müssen, bevor eine fleischfreie Gesellschaft Realität werden kann: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Wie wird künstliches Fleisch hergestellt? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

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Interview mit Marc Pierschel im WDR:

Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier und keine Wollsocken: Eine Welt, in der alle Veganer wären – mit dieser Zukunftsvision hat sich der Münsteraner Dokumentarfilmer Marc Pierschel beschäftigt. Seine Erkenntnisse fasst er im Film „The End of Meat“ zusammen, der zurzeit in ausgewählten Kinos läuft.

WDR: Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft, sagt der Chef eines der größten Fleischproduzenten. Würden Sie dem zustimmen?

Marc Pierschel: Ja, wir können da eine Verschiebung beobachten. Traditionelle Unternehmen, die früher vegane und vegetarische Alternativen hergestellt haben, werden immer mehr von Fleischfirmen ersetzt. Neben Tierprodukten produzieren sie nun auch vegane und vegetarische Alternativen.

WDR: Sie leben seit 15 Jahren vegan. Heute ist die vegane Ernährung Trend und Thema in jedem Lifestyle-Magazin. Welches Umdenken hat da stattgefunden?

Pierschel: Das ist auch Thema meines Films. Ich gehe zurück auf die letzten sechs Jahre. Damals gab es diesen Skandal um das Pferdefleisch in der Lasagne. Die Debatte hat sich da in die Öffentlichkeit gewandelt. Wir beobachten, dass immer mehr Kochbücher zum Thema herausgekommen sind. Und der Begriff „vegan“ ist von der Nische in den Mainstream gerückt. Er hat sein Stigma verloren. Menschen sind dem offener gegenüber und „vegan“ gilt mittlerweile als nachhaltiger Lebensstil.

WDR: Sie stellen in der Doku Wissenschaftler vor, die mit vielen Zahlen aufwarten, aber auch ehemalige Fleischesser, die ein bestimmtes Erweckungserlebnis hatten. Was war die spannendste Begegnung während der Recherchen?

Pierschel: Eine der interessantesten Begegnungen war die mit Esther dem Wunderschwein. Das war ein vermeintliches Minischwein, das zwei Kanadier adoptiert haben. Dann hat sich allerdings rausgestellt, dass es ein normales Hausschwein ist. Mit dieser Situation mussten sie zurechtkommen. Im Zuge dessen haben sie ihre Ernährungsweise umgestellt. Sie leben jetzt auch vegan. Sie sind mit dem Schwein auf einen sogenannten Lebenshof außerhalb von Toronto gezogen und leben da jetzt mit verschiedenen geretteten Nutztieren.

WDR: Fleisch hat viel mit Kultur zu tun und ist immer noch ein Statussymbol. Und der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier – können wir uns von unseren Jahrhunderte alten Traditionen so leicht verabschieden?

Pierschel: Das ist schon möglich. Es kommt darauf an, wie wir uns mit unserer Ernährung auseinandersetzen. Der Film geht auch auf das Thema Kulturfleisch ein. Es wird von Zellen, die Tieren entnommen werden, kultiviert und vermehrt. So kann man Fleisch herstellen, ohne Tiere zu schlachten. Viele Biotechnologie-Firmen forschen bereits dazu und Investoren wie Bill Gates oder Richard Branson stecken da Geld rein. Es geht aber nicht nur um Fleisch, sondern auch um Milch und Eier. Das ist ein rasant wachsender Markt und hoffentlich auch eine Zukunftstechnologie.

WDR: Sie setzen im Film öfters die Zielmarke 2050. Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns alle vom Fleisch verabschieden würden?

Pierschel: Ein Forscher der Universität Oxford sagt, dass wir bis zu 1,5 Billionen US-Dollar einsparen könnten, wenn wir global auf Fleisch verzichten und dadurch quasi die Schäden, die der Fleischkonsum zum Klimawandel und auf das Gesundheitssystem verursachen würde, einsparen. Dazu könnten wir auch noch fünf bis acht Millionen Leben retten, in der Hinsicht, dass sich die Sterblichkeitsrate dadurch vermindern würde.

https://www1.wdr.de/kultur/film/dokumentarfilm-the-end-of-meat-100.html

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Es gibt auch kritische Stimmen – zum Beispiel die Märkische Allgemeine Zeitung aus Brandenburg:

Hannover. Der fast schon religiöse Eifer, mit dem mancher Veganer andere von seiner Lebensweise überzeugen will, ist anstrengend. Auch Autor und Regisseur Marc Pierschel ist davon infiziert. In seiner Doku „The End of Meat“, in der er sich auf die Suche nach einer Welt ohne Fleischkonsum begibt, existieren nur Gut und Böse. Zwischentöne lässt er nicht zu.

Im Labor erzeugtes Fleisch als wünschenswerte Alternative

Kritische Aspekte des Veganismus fehlen. Pierschel beschreibt ausführlich die aus seiner Sicht grundlegend negativen Auswirkungen des Fleischkonsums, also die oft tatsächlich skandalösen Zustände in der Massentierhaltung, die gesundheitlich negativen Aspekte des Fleischessens oder die schlimmen Folgen für Umwelt und Klima.

Dieser verdammenswerten Welt der Fleisch(fr)esser stellt Pierschel die heile Welt des Veganismus gegenüber. Er zeigt das glücksbringende Zusammenleben von Mensch und Tier auf idyllischen Höfen. Er stellt „Esther the Wonder Pig“ vor, ein fettes Hausschwein in Toronto, das mit 1,1 Millionen menschlichen Abonnenten Facebook-Star ist. Für den Regisseur ist künstlich mittels Genmanipulationen und Experimenten in Laboren erzeugtes Fleisch eine wünschenswerte Alternative. Für ihn gibt es nur böses Kotelett oder gutes Tofu. Esther das Wunderschwein wird’s freuen.

http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/The-End-of-Meat-Koteletts-sind-boese

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