Kategorie-Archiv: Allgemein

Stoppt Atomtransporte – Bilder von der Demonstration am 11. März 2017

Ein buntes Bündnis ökologischer und antikapitalistischer Gruppierungen aus Hamburg und umzu hatte zu einer Demonstration aufgerufen, um auf die kontinuierlichen Atomtransporte hinzuweisen, die fast täglich Hamburg anlaufen oder von hier weiterfahren – per Schiff, Bahncontainer oder LKW. Die Atomwirtschaft setzt auf den Umschlagplatz Hamburg, das sozusagen mitten zwischen Namibia, Russland, Südfrankreich und Lingen zu liegen scheint. Uranerz aus Afrika und Asien kommt nach Hamburg und wird weitertransportiert zu den Anreicherungsanlagen in Europa, von wo es dann letztendlich in Form von Brennstäben zu den einzelnen Atomkraftwerken geht. Auch wenn in Deutschland irgendwann keine Atomkraftwerke mehr laufen, geht der Urantransport durch unsere Wohnstube weiter.

300 Hamburger machten bei strahlendem Sonnenschein deutlich, dass sie nicht gewillt seind, diesen Unfug weiterhin heimlich, still und leise seinen Gang gehen zu lassen. Mit einer Kundgebung am Baumwall gegenüber dem Steinweg-Terminal, wo die Uranschiffe in der Regel auf halber Strecke zwischen dem König der Löwen und den Kreuzfahrtschiffen entladen werden, begann ein Weg entlang der Elbe bis zum alten Holzhafen. Dort residiert die Reederei MACS, die sich unter anderem auf den Urantransport spezialisiert hat. Ihr verspiegeltes Gebäude blickte hinreichend unfreundlich auf die gelben und grünen Fahnen. Diese Art von Öffentlichkeit liebt der Hamburger Kaufmann nicht. Er wird sich darauf einstellen müssen. Der Protest geht weiter.

Atomtransporte durch Buchholz

Informationsveranstaltung „Atomtransporte durch Buchholz“ am 25.10.2016

Petra erläutert, wie sie seit Jahrzehnten am „Anti-Atom-Thema“ aktiv ist. Das begann 1977, als oberirdische Atomversuche verboten wurden, schon damals wurde sie in Gorleben gesehen und fotografiert. 2003 rollten dann Castoren durch Buchholz, auch da gab es Widerstandsaktionen. Aus der Betroffenheit über Baumfällungen kam sie dann zu Greenpeace in Buchholz. Ihr ist der Ortsbezug wichtig. Sie hat auch Strahlenbelastungsanalysen von Pilzen initiiert. Seit 2014 wirkt sie an Atomtransportbeobachtungen mit, hier ist Beständigkeit von besonderer Bedeutung. Dazu wurde auch Informationsmaterial gesammelt, zusammengestellt und verteilt. Dies Engagement bringt inzwischen zunehmende Aufmerksamkeit für das Thema Atomtransporte – dies zeigt sich beim Runden Tisch und auch beim Interesse der Polizei an den Aktionen.

Bericht eines Aktivisten der Gruppe „Systemoppositionelle Gruppe Atomkraft Nein Danke“ (SAND) in Hamburg:

Eine Gruppe Aktiver beschäftigt sich seit ca. 2009/2010 schwerpunktmäßig mit dem Thema „Atomtransporte in Hamburg“. Über die Partei „Die Linke“ werden Bürgerschaftsanfragen gestellt. Alle Auskünfte, die von der Hamburgischen Regierung/Verwaltung gegeben werden, sind immer rückblickend, es gibt also keine Informationen über geplante / anstehende / zukünftige Atomtransporte. Das Gleiche gilt für Auskünfte von Bundesamt für Strahlenschutz. Aus den gegebenen Informationen (z.B. Datum, letzter Abfahrtsort, Zielort) und anderen Quellen können dann regelmäßige Atomtransporte (im Liniendienst) und die Namen der eingesetzten Schiffe rekonstruiert und in die Gegenwart projiziert werden. Im Ergebnis werden ca. alle 1,5 bis 2 Tage Atomtransporte von und nach Hamburg (auf Straßen und Schienen) durchgeführt. In Deutschland finden ca. 10000 Atomtransorte per LKW in einem Jahr statt, auch an Buchholz vorbei, z.B. nach Lingen. Die Aktiven haben mit Hilfe anderer, vernetzter Gruppen entsprechende Transportrouten z.B. bis nach Südfrankreich dokumentiert.

Es wird über den Brand der „Atlantik Cartier“ am 1.5.2013 im Abstand weniger 100m zur Großveranstaltung „Evangelischer Kirchentag“ berichtet. Im Schiff waren zeitgleich u.a. Munition, Raketentreibstoff und UF6 (Wikipedia: Uran(VI)-fluorid (UF6), meistens Uranhexafluorid genannt, ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es ist ein farbloser, kristalliner Feststoff, der leicht flüchtig, radioaktiv und äußerst giftig ist. Es ist eine sehr aggressive Substanz, die nahezu jeden Stoff und auch jedes biologische Gewebe angreift. Uranhexafluorid ist beständig in trockener Luft, reagiert jedoch sehr heftig mit Wasser. In den meisten Fällen wird es aus Uran(IV)-fluorid (UF4) durch Umsetzung mit elementarem Fluor (F2) gewonnen.). Die zusätzlichen Probleme (z.B. Feiertagssituation, mangelhafte Ausstattung der Feuerwehr) verdeutlichen die grundsätzliche Unbeherrschbarkeit der Gefahren. (mit Hinweis auf Murphys Gesetz : „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“). Die Aktivistengruppe hat dann in einer Pressemitteilung über diesen Brand informiert und Offenlegung gefordert. Diese Initiative haben sich dann nachfolgend „Die Grünen“ angeheftet; wiederholt haben sich „Die Grünen“ als Nicht-Verbündete dargestellt, insbesondere mit unpassenden politischen Entscheidungen.

Eine grobe Darstellung der Verarbeitungsschritte atomaren Materials, die zu diesen Transporten führen: Erz >> Yellowcake (= Uranerzkonzentrat, Anfang der Kette in Deutschland) >> >Frankreich> UF4/UF6 >> >Gronau> angereichertes UF6 >> >Lingen> Brennstäbe >> … >weltweit> Atomkraftwerke >>

Ausführliche Infos hierzu bietet diese Webseite: http://www.atomtransporte-hamburg-stoppen.de/

Positiv wird die Vielfalt der Widerstandsgruppen gesehen. Neben der Gruppe „Sand“ (https://sand.blackblogs.org/) hat sich in Hamburg auch der BUND dieses Themas angenommen (http://umweltfairaendern.de/2016/10/atomtransporte-drehkreuz-hafen-bund-fuer-atomfreies-hamburg/ ; http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2016/10/Atomtransporte-BUND-HH-AKEnergie09-2019.pdf). Wir wissen von der Robin Wood Gruppe (Hamburg/Lüneburg) (http://www.robinwood.de/wordpress/tag/atomtransporte/).

Die jährlich in Hamburg stattfindenden Lesetage „Lesen ohne Atomstrom“ widmen sich 2017 der Atomdrehscheibe Hamburger Hafen (http://www.lesen-ohne-atomstrom.de/index.php?option=com_content&view=category&id=1&layout=blog&Itemid=64).

Nach diesen Ausführungen sahen wir den ca. 30minütigen Dokumentarfilm „Deutschlands geheime Atomtransporte“ (wurde bereits vom ZDF gesendet). Gezeigt wird u.a. die Vorbereitung und Durchführung einer Aktion zum 1. Jahrestag des Brandes der „Atlantik Cartier“.

Die Recherchen und Aktionen haben evtl. bereits Veränderungen bewirkt:
– Verlagerung von Verkehr (evtl. nach Rotterdam oder Antwerpen).
– Reedereien vermeiden, in diesem Zusammenhang erkennbar zu sein (Image-Aspekt), (Logos sind nicht mehr sichtbar).

Weitere Stichworten:

– Umschlagunternehmen „C.Steinweg“: Anzeige wg. Hausfriedensbruch (im Rahmen einer Recherche/Dokumentation) wurde zur Vermeidung von Öffentlichkeit zurückgezogen.
– Nachweis von Falschaussage/Fehlinformation der hamburgischen Regierung/Verwaltung.
– Für den 14.11. wird ein Atomtransportschiff aus Russland erwartet, vermutlich mit Weitertransport per LKW.
– Die bremischen Häfen (Bremen und Bremerhaven) wurden von der Rot-Grünen Landesregierung für Kernbrennstoffe entwidmet. Das Bremer Verfassungsgericht hat das bestätigt; nun liegt das vor dem Bundesverfassungsgericht; evtl. wäre auch EU-Recht relevant („freier Warenverkehr“).
– In Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven werden keine Kernbrennstoffe mehr umgeschlagen; Die MOX-Brennelemente (aus Sellafield kommend) werden nun in Nordenham (an der Weser, gegenüber Bremerhaven) umgeschlagen.
– In Buchholz hat die Friedensgruppe bereits eine Aktion Richtung Politik durchgeführt, die Reaktion des Rates lautete (sinngemäß) „wir sind nicht zuständig“.
– Bonn wird als eine Stadt (mehrerer vernetzter Städte) genannt, die sich (ohne rechtliche Bindung) gegen Atomtransporte durchs Stadtgebiet ausgesprochen hat.
– Jochen Stay (Sprecher von .ausgestrahlt.de https://www.ausgestrahlt.de/ ) wird beim nächsten Arbeitstreffen den Themenvortrag „Vor dem nächsten Super-GAU. Atompolitik in Deutschland 5 Jahre nach Fukushima“ zu halten.

Atompolitik in Deutschland fünf Jahre nach Fukushima

Vortrag und Diskussion mit

Jochen Stay

(Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“)

Atomtransporte durch Buchholz – aber ist denn nicht der Atomausstieg beschlossen und demnächst vollzogen? Auch fünf Jahre nach dem angeblichen Atomausstiegs-Beschluss ist Deutschland zweitgrößter Atomstrom-Produzent Europas. Auch nach dem Abschalten des letzten Atommeilers 2022 werden die Abrissarbeiten noch Jahrzehnte dauern, und der Atomkreislauf läuft auch dann in Deutschland weiter: Urananreicherung und -verarbeitung in den weiter betriebenen Atomfabriken sowie die ungeklärte Entsorgung versprechen eine weiterhin strahlende Zukunft. Zur Zeit plant die Bundesregierung eine milliardenschwere Steuererleichterung für AKW-Betreiber. Gleichzeitig werden die Betreiber aus der Verantwortung für die Endlagerung ihres Mülls entlassen. Was haben wir wirklich aus Fukushima gelernt? Der Runde Tisch Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz hat Jochen Stay (Sprecher der Anti-Atom-Initiative „ausgestrahlt“) eingeladen, um über den Stand der atompolitischen Debatte zu informieren und mit uns zu diskutieren, wie man sich einmischen und was jede/r Einzelne tun kann, um der Atomwirtschaft die Stirn zu bieten.

Ort: Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop,

Steinstraße 2, 21244 Buchholz

Zeit: Dienstag, 22. November 2016, 19 Uhr

Eintritt frei

Bio Oase 2014

 

Impressionen vom Stadtfest 2014: Die Bio-Oase war erneut ein voller Erfolg und fand viel Zuspruch bei alten und neuen Bekannten. (Fotos: Ilona Reisen, Linda Engelmann, Ingo Engelmann)

Befragung der Bürgermeisterkandidaten

Der Runde Tisch befragte die Bürgermeisterkandidaten Jan-Hendrik Röhse und Joachim Zinnecker schriftlich vor der Stichwahl am 15.6.2014 zu Themen aus Natur- Umwelt- und Tierschutz.

Jan-Hendrik Röhse

Jan-Hendrik Röhse

Joachim Zinnecker

Joachim Zinnecker

Runder Tisch (RT): Werden Sie als Bürgermeister von Buchholz bereit sein, uns als Natur-, Umwelt- und Tierschutz-Bündnis zeitnah zu informieren, wenn Anträge an den Buchholzer Stadtrat und alle damit verbundenen Folge-Anträge, insbesondere zu den Themen a) „Bau von Nutztierställen in Buchholz/ im Landkreis Harburg“ und b) „Sondierung von Gebieten in Buchholz/im Landkreis Harburg, die für die Energiegewinnung durch Fracking in jeglicher Form genutzt werden sollen“, gestellt werden sowie über Abstimmungsdaten/-verfahren im Buchholzer Stadtrat und alle weiteren relevanten Informationen?

Jan-Hendrik Röhse (JHR): Ja, im Rahmen der allgemeinen Bürgerbeteiligung.

Joachim Zinnecker (JZ): zu a) Durch die von mir öffentlich gemachten Vorgänge bei Hähnchen- Mastanlage in Sprötze und Schweine- Mastanlage in Meilsen konnte eine breite Bürgerbewegung für die notwendige öffentliche Diskussion sorgen. Auch zukünftig halte ich eine zeitnahe Information der Öffentlichkeit bei solch relevanten Bauvorhaben für absolut notwendig.
zu b) Gleiches gilt für Fracking. Hier ist allerdings in erster Linie der Landkreis gefordert, die notwendige Transparenz herzustellen.

RT: Sind Sie bereit, uns als Buchholzer Natur-, Umwelt- und Tierschutz-Bündnis ein Mitsprache- bzw. Beratungsrecht im Buchholzer Stadtrat für alle natur-, umwelt- und tierschutzrelevanten Themen, insbesondere die beiden oben benannten, einzuräumen?

JHR: Dies ist nach den Vorschriften der Kommunalverfassung nicht möglich. Denkbar wäre jedoch grundsätzlich, dass ein Vertreter des Bündnisses als hinzugewähltes Mitglied des Planungsausschusses Mitwirkungsrechte erhält. Hinzugewählte Mitglieder sind durch den Rat zu bestimmen, nicht durch den Bürgermeister.

JZ: Die Umweltverbände haben in den städtischen Ausschüssen Sitz und Stimme. Hier ist eine Abstimmung unter den Verbänden erforderlich.

RT: Sind Sie bereit, sich auch mit den entsprechenden Fachverbänden (Nabu, BUND, Greenpeace etc.) zu beraten, wenn es um wichtige Entscheidungen im Umwelt- und Tierschutzbereich geht?

JHR: Ja.

JZ: Meine Politik zeichnet sich seit vielen Jahren durch eine enge Abstimmung mit den Fachverbänden aus. Die dort vorhandene Fachkompetenz muss unbedingt berücksichtigt werden.

RT: Unterstützen Sie grundsätzlich eine Bürgerbeteiligung im Bereich Natur-, Umwelt- und Tierschutz? Wenn ja, wie?

JHR: Ich unterstütze Bürgerbeteiligung in allen Angelegenheiten. Von der frühzeitigen Information bis zur Beratung und Diskussion mit Beteiligten, Betroffenen und Bürgern.

JZ: Für mich ist bürgerschaftliches Engagement enorm wichtig. Bei komplexen Themen ist die Bürgerbeteiligung  enorm wichtig für die Akzeptanz aller Maßnahmen. Ein gutes Beispiel für aktive Bürgerbeteiligung ist der Prozess zum Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes.

RT: Was können und werden Sie als Bürgermeister unternehmen, um Neubauten von Ställen oder anderen Einrichtungen zur Massentierhaltung in Ihrem Einflussbereich zu verhindern?

JHR: Soweit sich diese Neubauten und Einrichtungen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen, und der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Genehmigung hat, kann ein Bürgermeister in rechtlicher Hinsicht einen derartigen Bau nicht verhindern.

JZ: Der Einfluss des Bürgermeisters ist nur in Zusammenarbeit mit dem Rat zu sehen. Die Verhinderung von Bauten richtet sich nach dem Bundesbaugesetzbuch. Der Bürgermeister kann allerdings gemeinsam mit dem Landkreis  Auflagen erteilen. Die Handlungsempfehlungen des Niedersächsischen Landwirtschaftsmini

Faszination Therapeutisches Reiten

Referentinnen: Caroline Hilgers, Physio- und Hippotherapeutin Heidi Eichhorn, Landesbeauftragte für Therapeutisches Reiten und Leiterin des Zentrums für Therapeutisches Reiten in Hamburg

Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung durch Sonja, begannen die Referentinnen ihren Vortrag anhand einer Grafik zum Beziehungsgeflecht der Aspekte Pferdesport – Pädagogik – Medizin – Psychologie mit den 5 Einsatzbereichen des Therapeutischen Reitens: unter sportlicher Motivation, zur heilpädagogischen Förderung, beim psychotheraputischen Reiten, als ergotherapeutische Behandlung sowie zum medizinischen Einsatz (Hippotherapie).

Diese Einsatzbereiche wurden anschließend genauer vorgestellt:

Therapeutisches Reiten wird medizinisch auf neurophysiologischer Grundlage eingesetzt; behandelt und stimuliert werden Bewegungs-/Beweglichkeitsdefizite. Eine physiotherapeutische Ausbildung mit entsprechender Weiterbildung ist hierfür Grundlage. Man macht sich die verwandten Bewegungsmuster (Schrittmuster, Schrittlänge, Schrittfrequenz) von Pferd (in der Gangart „Schritt“) und Mensch zu nutze. Dabei werden dreidimensionale Schwingungsimpulse (Drehbewegung, Beckenkippen und Auf-und-Ab) vom Pferd auf den Patienten übertragen. Dieses Wirkprinzip wird in einem Film sehr anschaulich modellhaft und in der Anwendung gezeigt. Die Therapeutin geht neben Pferd und Patient und gibt Kommandos an die das Pferd führende Person. Je nach Krankheitsbild werden unterschiedliche Bewegungsmuster/Schrittfolgen/Richtungswechsel durchgeführt. Beispielsweise bei folgenden Erkrankungen kann Therapeutisches Reiten medizinisch eingesetzt werden: neurologische Erkrankungen, MS, Schlaganfall, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, cerebrale Störungen, Querschnittslähmung, frühkindliche Schädigungen. In einem weiteren Film wird die Behandlung eines Kindes mit spastischer Tetraparese gezeigt, es wird deutlich, wie sehr das Kind durch die Behandlung und den Kontakt zum Pferd angeregt und erfreut wird. Die Referentinnen machen deutlich, dass durch Therapeutisches Reiten eine Heilung aber nicht möglich ist.

Die heilpädagogische Förderung kann von Psychologen, Pädagogen und Erziehern durchgeführt werden. Im „Centrum für Therapeutisches Reiten“ der Referentin Heidi Eichhorn kommen z.B. SchülerInnen aus Förderschulen. Deren Defizite (z.B. ADHS, Wahrnehmungsstörungen, Sozialkompetenz) werden durch Arbeit mit dem Pferd and der Longe, beim Voltigieren (aber nicht beim Reiten!) behandelt. Verbessern lassen sich dadurch z.B. Selbstwertgefühl, Selbsteinschätzung, Konzentrations- und Lernfähigkeit, Umgang mit Emotionen, personale und soziale Entwicklung (Sozialverhalten).

Im Rahmen von Ergotherapie kann eine „sensorische Integrationsbehandlung“ erfolgen. Trainiert werden dabei z.B. Fühlen, Motorik (Beweglichkeit, Geschicklichkeit) und Beziehungsaufbau. Auch hier wird das Selbstwertgefühl gesteigert. Der psychotherapeutische Ansatz wurde nicht konkret erörtert.

Bevor abschließend das Therapeutische Reiten (und Fahren) als Pferdesport für Menschen mit Behinderung erörtert wurde (auch hier mit einem Film u.a. mit Bein- oder Armamputierten ReiterInnen bei den Paralympics bzw. Specialympics),

gingen die Referentinnen auf die Therapiepferde ein: Die Pferde müssen ruhig und verständig sein, diese Reife haben sie nicht vor dem 5. oder 6. Lebensjahr. Bisher wurden dem o.g. Centrum geeignete Pferde angeboten. Vor dem Einsatz als Therapiepferd steht eine umfangreiche Ausbildung des Pferdes. So darf ein Therapiepferd nicht schrecken und auch nicht auf unbewusst ausgeübte Aktionen des Reiters/Patienten reagieren. Es muss auf den/die FührerIn hören, nicht auf den Reiter, es muss kräftig und ausdauernd, geduldig und intelligent sein. Auch spezielle Bewegungsabläufe, wie z.B. langsames Anhalten müssen eingeübt werden. Ein solches

Mit diesem Film wurde die Synchronität von Pferde- und Menschenschritt verdeutlicht und die Übertragung auf den reitenden Patienten gezeigt.

Die Referentinnen: Heidi Eichhorn (links) Caroline Hilgers (rechts)

Therapiepferd erhält große Wertschätzung von PatientInnen und TherapeutInnen. Hier wird ein Film mit Reit-Behandlung und Interviews von PatientInnen gezeigt. Vor dem jeweiligen Einsatz werden die Pferde aufgewärmt und gelockert.

An einen kräftigen Applaus schloss sich direkt eine vielfach genutzte Fragerunde an:

Besonderheit des Pferdes im Vergleich zu anderen Therapie-Tieren (z.B. Delphin, Hamster)? => das getragen werden, darauf sitzen, Pferde kommen auf den Menschen zu, „sehen hinter die Maske“.

Ausbildungswege zur Hippotherapeutin? => Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (www.dkthr.de/ )

Finanzierung der Behandlung? => nicht durch die Krankenkassen, nur ganz selten als Einzelfallentscheidung; ein Nord-Süd-Gefälle in der Kostenübernahme durch Krankenkassen ist nicht bekannt. Das Unfallkrankenhaus Boberg kooperiert aber seit vielen Jahren mit dem o.g. Centrum.

Welchen Ausgleich erhalten die Pferde? => sie werden „normal“ geritten, haben durch Ausritte Abwechslung. Weidehaltung. Schutz der Tiere durch Ablehnung der Behandlung z.B. von übergewichtigen PatientInnen oder PatientInnen mit starker Spastik. Die Pferde werden mit Akupunktur und Reiki unterstützt und dürfen auf dem Hof alt werden.

Dauer + Kosten der Therapieeinheit? => 20 Minuten, 35€. Ein positiver Effekt kann sich schnell einstellen, für nachhaltige Effekte ist aber eine wiederholte Therapie nötig.

Ängstliche Menschen? => Langsam heranführen! Überzeugungsarbeit in Gespräch und Anschauung. Überwindung und Erlebnis lösen Anspannungen.

Reiten im Alter? => Es gibt Angebote für Anfänger und Wiederaufsteiger („50+“, „60+“).

Wirkprinzip? => Der/Die TherapeutIn bewirkt mit dem Handling des Pferdes eine Impulsgebung auf den/die PatientIn.

Mit nochmaligem Applaus und Dank an die Referentinnen endete die interessante, gut besuchte Veranstaltung.

Text: Jens Meyer

Artgerecht ist nur die Freiheit – Lesung mit Hilal Sezgin

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Noch fünf Minuten – fast kein Platz mehr frei…

Über 50 Buchholzer hatten sich in der Buchhandlung Heymann eingefunden, um der Journalistin und Autorin Hilal Sezgin zuzuhören. Diese las zunächst aus ihrem neuesten Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit – Eine Ethik für Tiere oder warum wir umdenken müssen“.  Die anschließende Diskussion dauerte länger – praktische Nachfragen und grundsätzliche Kommentare waren zahlreich. Worum ging es?

Frau Sezgin hat Philosophie studiert und schafft eine Verknüpfung von handfestem Erfahrungswissen (seit acht Jahren lebt sie in der Lüneburger Heide mit Schafen, Gänsen und Hühnern zusammen), und ethischen Überlegungen (rationale und emotionale Aspekte des In-Verantwortung-Seins). Ein Ausgangspunkt ist: so wie es Rassismus unter Menschen gibt, so kann man auch die Unterdrückung der Tiere als rassistisches Verhalten verstehen. Da werden Wesen unterdrückt, weil sie anders sind. Natürlich sind Tiere nicht wie wir, fühlen nicht wie ich oder du, nehmen anders wahr. Wie soll ein Mensch sich hineinfühlen und -denken in die Welt einer Fledermaus, die sich per Echolot orientiert? Wie soll man nachempfinden, wie ein Biber sich fühlt, wenn er Dämme baut und Flüsse staut (selbst wenn man wie Frau Sezgin als Kind mit Hingabe Bäche gestaut hat)?  Natürlich sind Tiere anders. Aber in ihrer Fledermaus- oder Biber-Welt gibt es ebenso ein Wohlsein wie bei uns Menschen. Diese gleichen Rechte und Möglichkeiten zu propagieren, hat nichts zu tun mit der falschen Vermenschlichung von Tieren („Sie leiden und lieben wie wir“… na ja).

Dieses jeweils eigene Wohlsein einer Tierart wird von uns Menschen konsequent, nachhaltig und mit großer Brutalität zerstört. Kinder werden von den Müttern getrennt (Milchkühe) oder lernen diese gar nicht erst kennen (Küken). Bindungen werden ignoriert oder verhindert (bei Menschen endet das im kaspar-Hauser-Syndrom, bei Tieren ist es Alltag). Durchschnittlich fünfhundert Mal ruft ein Kälbchen am ersten Tag nach der Trennung von seiner Mutter nach ihr. Muss sein, wenn man Milch verkaufen will, auch auf Bio-Höfen. Frau Sezgin wurde zur Veganerin, nachdem ihr dies sehr augenfällig klar geworden war: Bio ist keine Alternative für die Kälbchen. So raffiniert auch die „Abtrennverfahren“ sind, mit denen kleinere Schritte zur Verwaisung des Kälbchens konzipiert werden, es bleibt im Kern das gleiche Prinzip: die Geburt des Kälbchens geschieht einzig, um die Mutterkuh zur Milchproduktion zu bringen.

Frau Sezgin zeigte auf, dass alle Tiere in Mast und Zucht einem vorschnellen Tod zustreben, und dass sie unfrei leben. Das sind die Kriterien von Sklaverei. Der Umfang dieser Katastrophe ist kaum vorstellbar: es werden in anderthalb Jahren weltweit so viele Tiere geschlachtet, wie überhaupt jemals Menschen auf der Erde gelebt haben. Seit der Steinzeit gab es ungefähr 65 Milliarden Menschen.

Sie betonte aber auch, dass es nicht nur um das Essen der Tiere geht (was unterscheidet denn das Tiere essen von dem tabuisierten Kannibalismus?), sondern auch um ein Ende der bedingungslosen Ausbeutung. Es geht letztlich um eine Frage der Herrschaft. Herrschaftsfreie Zustände sind schwer vorstellbar – aber eine wichtige Zielvision. Hier mündet vegane Lebensweise in politische Aktion. Beides ist nicht wirklich auf Dauer vorneinander zu trennen.

 

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In der Diskussion ging es um vegane Ernährung oder artgerechte Haltung von Hunden oder Pferden, um Zusatzstoffe wegen möglicher Mangelerscheinungen bei veganer Lebensweise und ähnliche handfeste Fagestellungern. Es ging aber auch um grundsätzliche Gedanken. Wenn Tieren ihr jeweils eigenes Wohlsein zugestanden wird, wie steht es dann mit Pflanzen? Und wie soll man es bewerten, dass durch Gentechnik oder industrielle Bewirtschaftung riesiger Agrarwüsten auch Pflanzen unterdrückt werden, missbraucht oder zerstört? Viele meinten, es bedürfe einer neuen Ethik, um sowohl tierischen als auch pflanzlichen Bewohnern unserer Welt ihre Rechte zu sichern. Andere fanden solche Überlegungen zu esoterisch. Viel Diskussionsbedarf, dem sich Frau Sezgin nicht immer in der gewünschten Weise gewachsen zeigte.

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Hilal Sezgin signiert

 

 

Tierversuche – sinnvoll, notwendig, ethisch vertretbar?

Referentin: Inge Prestele (Lobby pro Tier e.V.)

12. Vortrag in der Reihe „Mensch-Tier-Beziehung im Fokus“

Die Referentin kam über die Bürgerinitiative Lobby pro Tier e.V. (Mienenbüttel / Landkreis Harburg) zur Auseinandersetzung mit Tierversuchen. Das Labor für Pharmakologie und Toxikologie (LPT) mit Labor- und Sammellager-Gebäuden vor allem auch für Hunderte von Beagles lag lange unbeachtet im Grünen, mittlerweile sind die Autohof- und Logistikkathedralen an der A1 auf Tuchfühlung herangerückt. Nach Angaben des Betreibers auf seiner (mittlerweile von konkreten Zahlen gesäuberten) Homepage hält er bis zu 1500 Hunde vor, außerdem 500 Affen und 100 Katzen sowie 100 Schweine. Das Gros der vom LPT verbrauchten Tiere sind die 10.000 Mäuse und 12.000 Ratten. An diesen Tieren werden Prüfungen vorgenommen, mit denen man herausbekommen will, ob Stoffe giftig sind, ob sie Krebs auslösen, ätzen oder die Haut reizen usw. Auch jede Charge Botox, die in den Handel kommt, muss überprüft sein: ist der Stoff wirklich genauso giftig, wie er sein soll? Dazu prüft man, ob im Test „Botox LD 50“ mit einer vorgeschriebenen Menge des Nervengiftes wirklich genau die Hälfte der infizierten Versuchstiere nach eine festgelegten Zeitspanne tot sind. Für den Test unerheblich, aber unausweichlich: auch die andere Hälfte stirbt. Kurze Zeit später. Weiterlesen

Straßenhunde in Rumänien

Straßenhunde in Rumänien – ein lukratives Problem

11. Vortrag in der Reihe „Mensch-Tier.-Beziehung im Fokus“, Referent: Eckard Kretschmer

Eckhard Kretschmer ist seit 2005 Hundehalter, seit 2012 im Tierschutz aktiv (u.a. mit Tiersicherung und Tiersuchaktionen) und seit 2013 mit der Problematik der Straßenhunde in Rumänien befasst.

Rückblickend wird die Entwicklung der Straßenhunde in Rumänien erklärt. Aufgrund von Umsiedlungen in der kommunistischen Zeit verloren ehemalige Haushunde ihr Zuhause. Bei den Straßenhunden spielt sich dann eine relativ stabile Populationsdichte ein. Wesentliche Faktoren bei den Zugängen sind Geburten(-rate), Zuwanderungen und das Aussetzen von Haushunden. Regelungsversuche durch Entnahmen (z.B. Tötungen) sind nicht nachhaltig, sondern führen (bei gleichen Rahmenbedingungen) zu einer erhöhten Geburtenrate.

In mehreren Orten wurde eine nachhaltige Reduzierung der Anzahl von Straßenhunden durch Einfangen und Sterilisieren bzw. Kastrieren erreicht. Im September 2013 bekam das bis dahin wenig problematische Thema der Straßenhunde erhöhte mediale Aufmerksamkeit. Insbesondere der Fall eines (angeblich?) von Straßenhunden zu Tode gebissenen Jungen führte zu politischen Entscheidungen. Eckhard Kretschmer vermutet hierbei auch eine gezielte Ablenkung von einem Frackingprojekt in Rumänien.

Die Politik schaffte finanzielle Anreize zum Fangen (Fangprämie 50€Lei), Unterbringen (Auffangheime ~90 Lei€/14Tage) und Entsorgen (Töten ~14 Lei€ und Verbrennen gewichtsabhängig ~10-15 Lei€). Das Geld wird gemäß Tötungsgesetz von 10.9.2013 von den Gemeinden bezahlt – hier profitieren dann die örtlichen Entscheidungsträger und die verbreitete Korruption verhindert Alternativen. Besondere Brisanz ist nun entstanden, da das Tötungsgesetz ab Januar 2014 auch das Töten der Hunde nach 14-tägiger Vermittlungsfrist erlaubt. Dies wird politisch als “Hygienemaßnahme” bezeichnet und somit international als Seuchenbekämpfung dargestellt.

Eckhard Kretschmer zeigt  Bilder von Tierheimen und nennt nationale Tierschutzorganistionen, lokale Tierschutzinitiativen und erwähnt auch “lokale Einzelkämpfer”. Diese Aktivisten helfen den Hunden durch unterschiedlichste Aktivitäten, z.B. Evakuierung während des Winters aus im Winter nicht versorgten Tierheimen, Kastration/Sterilisation, Vermittlung von Hunden, tierärztliche Betreuung und auch durch schriftliche Vereinbarungen mit den Gemeinden.

Für weitere Informationen nennt er nachfolgende Webseiten (und nutzt die Seiten auch in seiner Präsentation); diese Webseiten dienen als Netzwerk und Informationsbank für die Türschutzaktivisten in Rumänien und außerhalb:

Vortragvideo auf Youtube: http://www.youtube.com/watch?v=7FuwdTLYN0E#t=21

Demonstrationstermine:https://www.facebook.com/pages/Tierschutzdemos-Termine-und-Fotoalben/642209555813495

Lagebericht facebook: https://www.facebook.com/MapOfHopeblog

Lagebericht und interaktive Situationskarte Osteuropa: https://mapsengine.google.com/map/edit?mid=zrb9UkiqhAOI.kWP4EccN-erY

und http://www.mapofhope.wordpress.com/

und die vom Referenten: https://www.facebook.com/eckhard.kretschmer

 

Was kann man tun?

– Adoption / Pflegestelle

– Finanzierung von Pflegestellen

– Geldspenden / Sachspenden

– Transporte / Freiwilligendienst

– Politikerkontakte / Pressekontakte nutzen/aktivieren

– Demonstrieren

Im Publikum ist auch eine sachkundige Rumänin, die abschließend erklärt, dass das Tötungsgesetz in Rumänien kein Pressethema ist, dass Straßenhunde normal-alltäglich sind, und dass bei den früheren Umsiedlungen keine Möglichkeit zur Unterbringung der Hunde bestand.

Mit Applaus dankt das Publikum Eckhard Kretschmer für den informativen, dynamisch gehaltenen Vortrag.

Protokoll Jens Meyer (Unterstützung Gundi Schütte, Sonja Heiermann, Eckhard Kretschmer)

Biblische Sichtweisen einer gelungenen Mensch-Tier-Beziehung

Am 3.12.2013 referierte Kristina Haupt (Sozialpädagogin) im Rahmen der Vortragsreihe „Mensch-Tier-Beziehung“ zum Thema „Biblische Sichtweisen einer gelungenen Mensch-Tier-Beziehung“.

Kristina Haupt erklärt beginnend, ihren Vortrag als theologische Laiin und bekennende, sehr gläubige Christin erarbeitet zu haben. Dazu hat sie – da es zum Thema kaum Literatur gibt – intensiv die Bibel durchgearbeitet. In der Einführung wurde deutlich, dass in den Bibeltexten (Grundlage war die „Neue Lutherbibel“) von vorne bis hinten Tiere vorkommen, ungefähr 130 Tierarten insgesamt. Besonders häufig werden Nutztiere genannt, insbesondere Schafe und Lämmer. Die Aufgabe der Menschen ist hierbei i.d.R., als Hirte die Tiere zu schützen und zu versorgen. Tierbesitz bedeutet Reichtum.

Hinsichtlich der Nutzung der Tiere für die menschliche Ernährung ist von der (alttestamentlichen) Schöpfungsgeschichte bis ins Neue Testament eine deutliche Ausweitung der erlaubten Nutzungen festzustellen. Ist die vegane Speiseanweisung in der Schöpfungsgeschichte „sehr gut“ (und damit nicht weiter zu verbessern), darf Noah nach der Sintflut Fleisch (ohne Blut, darin ist das Leben) essen. Die zusätzlichen Erlaubnisse werden stark reglementiert, diese Regeln können heute vielfach auch als Hygienevorschriften verstanden werden. Es wird zwischen reinen und unreinen Tieren unterschieden. Ein 10-Tage-Vergleich zwischen veganer Ernährung und „Königspeise“ fällt zugunsten der biblischen Veganer aus (Daniel 1,12-17).

Eine besondere Funktion haben Tiere als Opfertiere. Bemerkenswert ist dabei, dass Tieropferungen zunächst von den Menschen ausgegangen zu sein scheinen – später erst hat Gott (anscheinend einschränkende) Anweisungen dazu gegeben. Opferungen werden seltener im Laufe der Zeit, Gott will schließlich keine Opfer mehr, da sie zu Ritualen erstarrt sind, er aber die Herzen der Menschen, d.h. ihre Liebe zu Gott, wollte.

Mit Jesu Tod sind keine weiteren Opfer nötig, er selbst ist als „Lamm Gottes“ Opfer geworden. In der Schöpfungsgeschichte bekommen Menschen und Tiere Namen und jeweils einen Partner bzw. Partnerin. Damit entstehen auch Beziehungen. Kristina Haupt verweist an dieser Stelle vergleichend auf die heutige Massentierhaltung. Weitere, teils auch ausführlich zitierte Aspekte von Tierschilderungen in der Bibel sind:

  • die Schöpfungsordnung: Die Menschen sollten über die Fische im Meer, die Vögel unter dem Himmel,die Tiere des Feldes und alles Gewürm herrschen (1.Mose1,26)
  • bedrohliche Tiere >> werden besonders in den Prophetien beschrieben – sie scheinen einerseits metaphorisch gemeint, andererseits aber auch sehr real da sie exakt „gesehen“ und beschrieben werden (z.B. Daniel Kap. 7 u. 8, Offenbarung, Kap. 5 u.v.a.).
  • das Goldene Kalb >> (Götzenanbetung) tiefster Fall des Menschen, schlimmster Verstoß gegen die Schöpfungsordnung (2. Mose 32, 8 – 20) – wird hart von Gott bestraft und, nachdem das Volk Buße getan hat, verziehen.
  • durch Tier(e) gerettete Menschen >> z.B. in der Wüste: vom Himmel fallende Wachteln und Manna als Morgenspeise, aber (!): Kein Überfluss – nur so viel, wie an einem Tag gebraucht wird! Alles, was dieIsraeliten überflüssigerweise als Vorrat sammelten, wurde stinkend und von Würmern (unreine Tiere) zerfressen. Die Menschen sollten Vertrauen haben dass sie am nächsten Tag wieder versorgt werden.
  • Übernatürliche Fähigkeiten von Tieren (die Gott ihnen verleiht): Elia z.B. wird am Bach, wo er sich verstecken sollte, von Raben am Morgen und Abend mit Brotund Fleisch versorgt. (1.Könige 17,2-6) /  Jona wurde zu seiner Rettung aus dem Meer von einem großen Fisch verschluckt und nach 3Tagen an Land gespuckt (Jona 1,15-2,1) /  Bileam wurde gerettet, weil seine Eselin drei Mal dem Engel Gottes (mit Schwert bewaffnet) auswich. Sonst hätte der Engel ihn getötet – aber die Eselin am Leben gelassen (4.Mose 22,21-33)
  • Gericht und Strafe >> z.B. in Hosea, Kap. 4 wurden Tiere mitbestraft, als die Menschen schwer sündigten.
  • Wenn es den Tieren schlecht geht, dann auch den Menschen. Die Tiere leiden immerunter Egoismus und Habgier der Menschen.
  • die eherne Schlange >> Als die Israeliten aus der ägyptischen Sklaverei befreit durch die Wüstein’s gelobte Land zogen, klagten sie, dass sie unterwegs nur sehr magere Speise hätten und wollten am liebsten zurück zu den Fleischtöpfen Ägyptens. Gott schickte zur Strafe dafür feurige Schlangen – viele Menschen starben durch ihre Bisse. Mose machte eine eherne Schlange, auf die die Gebissenen schauen sollten–dadurch wurden sie gerettet (hatte Gott so angeordnet). Später wurde diese Schlange verehrt wie eine Gottheit und deshalb von König Hiskia zerstört wofür Gott ihn segnete. / Gott trägt mit Adlerflügeln (2. Mose 19,4) Unter dem Aspekt „Tierschutz“ wird die Verantwortung der Menschen für die Tiere genannt; das „Kümmern“ um andere; die Ruhe am siebten Tag für Mensch und Tier. Sodomie war mit Todesstrafe belegt (3.Mose 18,23 u.20,15)

Abschließend fasste Kristina Haupt einige Aspekte einer biblisch-gelungenen Mensch Tier-Beziehung zusammen:

  • Der Mensch soll in Verantwortung vor Gott über die Tiere herrschen und über das Wohlergehen ALLER Tiere wachen.
  • Artenreichtum ist zu erhalten (s. Arche Noah, 1.Mose Kap. 7-9).
  • Vegane Lebensführung ist besonders gut
  • Fleisch von allen Tieren zu essen ist seit dem neuen Testament (also seit Jesus) jedoch erlaubt, aber sehr maßvoll. Übermäßiger Konsum ist generell nicht gut.
  • Man soll Tieren in jeder Situation helfen, wenn sie in Not sind, auch wenn es am Feiertag ist oder das Tier dem Feind gehört.
  • Das absolute Ideal–alle Menschen und alle Tiere leben in Frieden miteinander und ernähren sichausschließlich pflanzlich–wird es erst wieder in „Gottes neuer Welt“ geben.

In der anschließenden Diskussion wurden weitere Tierthemen der Bibel angesprochen, z. B. die Haustiere („dasHündlein unterm Tisch“). Die Zuhörer durften nochmals – so waren wir schon beim Vortrag einbezogen worden – Zettelchen mit einzelnen Bibelzitaten zum Thema von Kristina Haupt annehmen. Das Publikum dankte KristinaHaupt für diesen hochinteressanten Vortrag mit starkem Applaus.

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