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Gespräch mit dem Bürgermeister

Gespräch mit dem Bürgermeister

Der Runde Tisch Natur-, Umwelt und Tierschutz und der Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse haben am 27. März 2018  ein zweistündiges Gespräch miteinander geführt. Der Runde Tisch wollte seine bisherigen Aktivitäten darstellen und Themen benennen, bei denen eine Kooperation mit der Stadt Buchholz angestrebt wird.

Das Gespräch verlief in offener und freundlicher Atmosphäre. Eine Reihe von Themen beschäftigt den Runden Tisch und den Bürgermeister gleichermaßen, so dass eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Dabei geht es zum Beispiel um den Umgang mit den ausgewilderten Stadttauben im Innenstadtbereich oder die Erhaltung des Stadtgrüns unter ökologischen Aspekten. Beim Thema der Atomtransporte durch Buchholz verwies Herr Röhse auf den Katastrophenschutzplan, der aktuell in der Entwicklung ist.

Der Runde Tisch stellte außerdem seine kritische Sicht auf den geplanten Abschuss von Wildschweinen im Steinbachtal dar. Auch der Besuch von Zirkussen in Buchholz, die Tiere (auch Wildtiere) unter z.T. erbarmungswürdigen Zuständen halten, wurde angesprochen. Der Runde Tisch regte an, sich bei Nachbargemeinden zu unterrichten, die solche Zirkusse in ihrem Bereich nicht dulden. Der Wunsch des Runden Tisches, die Koordination umweltrelevanter Themen in der Verwaltung in der Person eines Umweltbeauftragten zu bündeln, die es früher bereits gegeben hatte, stößt unter anderem auf Hindernisse im politischen Raum: die Verwaltung ist gehalten, Stellenkapazitäten eher zu verringern. Hier wäre es wohl erforderlich, dass der Runde Tisch mit den kommunalen Politikern Kontakt aufnimmt.

Der Runde Tisch würde sich freuen, den Bürgermeister beim kommenden Stadtfest auf der Bio-Oase begrüßen zu dürfen, die vom Runden Tisch seit über zehn Jahren mit ökologischen und veganen Speisen auf jedem Stadtfest durchgeführt wird.

(I. Engelmann)

Film „The End of Meat“ in Buchholz am 25.2.2018

Auf Initiative des Runden Tisches Natur-, Umelt und Tierschutz Buchholz (RTNUT) wird am Sonntag, 25.2.2018, um 11 Uhr im Movieplexx Kino (Bremer Straße) der neue Film „The End of Meat“ von Marc Pierschel gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit dem Regisseur und anderen Fachleuten. Außerdem wird ein Bufett mit veganen Häppchen angeboten (vom Stadtfest weiß man: lecker, lecker!). Info-Stände von der Albert-Schweitzer-Stiftung, der Initiative „Animal Equality“, der Solawi-Gruppe „Solidarische Landwirtschaft Nordheide“ und der regionalen Gruppe „Voice for the Voiceless“  werden aufgebaut. Der Runde Tisch hatte vor vier Jahren auch schon den Film „Live and Let Live“ des Regisseurs gezeigt.

Bildergebnis für the end of meat
Der Film:

In seiner Dokumentation „The End Of Meat” beschäftigt sich Regisseur Marc Pierschel mit der Frage, wie eine Gesellschaft ohne Fleischverzehr und der damit einhergehenden Ausbeutung von Tieren aussehen könnte. Dazu interviewt Pierschel Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge darzulegen. Er trifft zwei Kanadier, die mit einem Hausschwein leben, trifft die Pioniere der veganen Revolution in Deutschland und reist in die erste vegetarische Stadt Indiens. Außerdem beschäftigt Pierschel sich mit einer Reihe Fragen, die geklärt werden müssen, bevor eine fleischfreie Gesellschaft Realität werden kann: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Wie wird künstliches Fleisch hergestellt? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

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Interview mit Marc Pierschel im WDR:

Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier und keine Wollsocken: Eine Welt, in der alle Veganer wären – mit dieser Zukunftsvision hat sich der Münsteraner Dokumentarfilmer Marc Pierschel beschäftigt. Seine Erkenntnisse fasst er im Film „The End of Meat“ zusammen, der zurzeit in ausgewählten Kinos läuft.

WDR: Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft, sagt der Chef eines der größten Fleischproduzenten. Würden Sie dem zustimmen?

Marc Pierschel: Ja, wir können da eine Verschiebung beobachten. Traditionelle Unternehmen, die früher vegane und vegetarische Alternativen hergestellt haben, werden immer mehr von Fleischfirmen ersetzt. Neben Tierprodukten produzieren sie nun auch vegane und vegetarische Alternativen.

WDR: Sie leben seit 15 Jahren vegan. Heute ist die vegane Ernährung Trend und Thema in jedem Lifestyle-Magazin. Welches Umdenken hat da stattgefunden?

Pierschel: Das ist auch Thema meines Films. Ich gehe zurück auf die letzten sechs Jahre. Damals gab es diesen Skandal um das Pferdefleisch in der Lasagne. Die Debatte hat sich da in die Öffentlichkeit gewandelt. Wir beobachten, dass immer mehr Kochbücher zum Thema herausgekommen sind. Und der Begriff „vegan“ ist von der Nische in den Mainstream gerückt. Er hat sein Stigma verloren. Menschen sind dem offener gegenüber und „vegan“ gilt mittlerweile als nachhaltiger Lebensstil.

WDR: Sie stellen in der Doku Wissenschaftler vor, die mit vielen Zahlen aufwarten, aber auch ehemalige Fleischesser, die ein bestimmtes Erweckungserlebnis hatten. Was war die spannendste Begegnung während der Recherchen?

Pierschel: Eine der interessantesten Begegnungen war die mit Esther dem Wunderschwein. Das war ein vermeintliches Minischwein, das zwei Kanadier adoptiert haben. Dann hat sich allerdings rausgestellt, dass es ein normales Hausschwein ist. Mit dieser Situation mussten sie zurechtkommen. Im Zuge dessen haben sie ihre Ernährungsweise umgestellt. Sie leben jetzt auch vegan. Sie sind mit dem Schwein auf einen sogenannten Lebenshof außerhalb von Toronto gezogen und leben da jetzt mit verschiedenen geretteten Nutztieren.

WDR: Fleisch hat viel mit Kultur zu tun und ist immer noch ein Statussymbol. Und der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier – können wir uns von unseren Jahrhunderte alten Traditionen so leicht verabschieden?

Pierschel: Das ist schon möglich. Es kommt darauf an, wie wir uns mit unserer Ernährung auseinandersetzen. Der Film geht auch auf das Thema Kulturfleisch ein. Es wird von Zellen, die Tieren entnommen werden, kultiviert und vermehrt. So kann man Fleisch herstellen, ohne Tiere zu schlachten. Viele Biotechnologie-Firmen forschen bereits dazu und Investoren wie Bill Gates oder Richard Branson stecken da Geld rein. Es geht aber nicht nur um Fleisch, sondern auch um Milch und Eier. Das ist ein rasant wachsender Markt und hoffentlich auch eine Zukunftstechnologie.

WDR: Sie setzen im Film öfters die Zielmarke 2050. Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns alle vom Fleisch verabschieden würden?

Pierschel: Ein Forscher der Universität Oxford sagt, dass wir bis zu 1,5 Billionen US-Dollar einsparen könnten, wenn wir global auf Fleisch verzichten und dadurch quasi die Schäden, die der Fleischkonsum zum Klimawandel und auf das Gesundheitssystem verursachen würde, einsparen. Dazu könnten wir auch noch fünf bis acht Millionen Leben retten, in der Hinsicht, dass sich die Sterblichkeitsrate dadurch vermindern würde.

https://www1.wdr.de/kultur/film/dokumentarfilm-the-end-of-meat-100.html

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Es gibt auch kritische Stimmen – zum Beispiel die Märkische Allgemeine Zeitung aus Brandenburg:

Hannover. Der fast schon religiöse Eifer, mit dem mancher Veganer andere von seiner Lebensweise überzeugen will, ist anstrengend. Auch Autor und Regisseur Marc Pierschel ist davon infiziert. In seiner Doku „The End of Meat“, in der er sich auf die Suche nach einer Welt ohne Fleischkonsum begibt, existieren nur Gut und Böse. Zwischentöne lässt er nicht zu.

Im Labor erzeugtes Fleisch als wünschenswerte Alternative

Kritische Aspekte des Veganismus fehlen. Pierschel beschreibt ausführlich die aus seiner Sicht grundlegend negativen Auswirkungen des Fleischkonsums, also die oft tatsächlich skandalösen Zustände in der Massentierhaltung, die gesundheitlich negativen Aspekte des Fleischessens oder die schlimmen Folgen für Umwelt und Klima.

Dieser verdammenswerten Welt der Fleisch(fr)esser stellt Pierschel die heile Welt des Veganismus gegenüber. Er zeigt das glücksbringende Zusammenleben von Mensch und Tier auf idyllischen Höfen. Er stellt „Esther the Wonder Pig“ vor, ein fettes Hausschwein in Toronto, das mit 1,1 Millionen menschlichen Abonnenten Facebook-Star ist. Für den Regisseur ist künstlich mittels Genmanipulationen und Experimenten in Laboren erzeugtes Fleisch eine wünschenswerte Alternative. Für ihn gibt es nur böses Kotelett oder gutes Tofu. Esther das Wunderschwein wird’s freuen.

http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/The-End-of-Meat-Koteletts-sind-boese

Stoppt Atomtransporte – Bilder von der Demonstration am 11. März 2017

Ein buntes Bündnis ökologischer und antikapitalistischer Gruppierungen aus Hamburg und umzu hatte zu einer Demonstration aufgerufen, um auf die kontinuierlichen Atomtransporte hinzuweisen, die fast täglich Hamburg anlaufen oder von hier weiterfahren – per Schiff, Bahncontainer oder LKW. Die Atomwirtschaft setzt auf den Umschlagplatz Hamburg, das sozusagen mitten zwischen Namibia, Russland, Südfrankreich und Lingen zu liegen scheint. Uranerz aus Afrika und Asien kommt nach Hamburg und wird weitertransportiert zu den Anreicherungsanlagen in Europa, von wo es dann letztendlich in Form von Brennstäben zu den einzelnen Atomkraftwerken geht. Auch wenn in Deutschland irgendwann keine Atomkraftwerke mehr laufen, geht der Urantransport durch unsere Wohnstube weiter.

300 Hamburger machten bei strahlendem Sonnenschein deutlich, dass sie nicht gewillt seind, diesen Unfug weiterhin heimlich, still und leise seinen Gang gehen zu lassen. Mit einer Kundgebung am Baumwall gegenüber dem Steinweg-Terminal, wo die Uranschiffe in der Regel auf halber Strecke zwischen dem König der Löwen und den Kreuzfahrtschiffen entladen werden, begann ein Weg entlang der Elbe bis zum alten Holzhafen. Dort residiert die Reederei MACS, die sich unter anderem auf den Urantransport spezialisiert hat. Ihr verspiegeltes Gebäude blickte hinreichend unfreundlich auf die gelben und grünen Fahnen. Diese Art von Öffentlichkeit liebt der Hamburger Kaufmann nicht. Er wird sich darauf einstellen müssen. Der Protest geht weiter.

Atomtransporte durch Buchholz

Informationsveranstaltung „Atomtransporte durch Buchholz“ am 25.10.2016

Petra erläutert, wie sie seit Jahrzehnten am „Anti-Atom-Thema“ aktiv ist. Das begann 1977, als oberirdische Atomversuche verboten wurden, schon damals wurde sie in Gorleben gesehen und fotografiert. 2003 rollten dann Castoren durch Buchholz, auch da gab es Widerstandsaktionen. Aus der Betroffenheit über Baumfällungen kam sie dann zu Greenpeace in Buchholz. Ihr ist der Ortsbezug wichtig. Sie hat auch Strahlenbelastungsanalysen von Pilzen initiiert. Seit 2014 wirkt sie an Atomtransportbeobachtungen mit, hier ist Beständigkeit von besonderer Bedeutung. Dazu wurde auch Informationsmaterial gesammelt, zusammengestellt und verteilt. Dies Engagement bringt inzwischen zunehmende Aufmerksamkeit für das Thema Atomtransporte – dies zeigt sich beim Runden Tisch und auch beim Interesse der Polizei an den Aktionen.

Bericht eines Aktivisten der Gruppe „Systemoppositionelle Gruppe Atomkraft Nein Danke“ (SAND) in Hamburg:

Eine Gruppe Aktiver beschäftigt sich seit ca. 2009/2010 schwerpunktmäßig mit dem Thema „Atomtransporte in Hamburg“. Über die Partei „Die Linke“ werden Bürgerschaftsanfragen gestellt. Alle Auskünfte, die von der Hamburgischen Regierung/Verwaltung gegeben werden, sind immer rückblickend, es gibt also keine Informationen über geplante / anstehende / zukünftige Atomtransporte. Das Gleiche gilt für Auskünfte von Bundesamt für Strahlenschutz. Aus den gegebenen Informationen (z.B. Datum, letzter Abfahrtsort, Zielort) und anderen Quellen können dann regelmäßige Atomtransporte (im Liniendienst) und die Namen der eingesetzten Schiffe rekonstruiert und in die Gegenwart projiziert werden. Im Ergebnis werden ca. alle 1,5 bis 2 Tage Atomtransporte von und nach Hamburg (auf Straßen und Schienen) durchgeführt. In Deutschland finden ca. 10000 Atomtransorte per LKW in einem Jahr statt, auch an Buchholz vorbei, z.B. nach Lingen. Die Aktiven haben mit Hilfe anderer, vernetzter Gruppen entsprechende Transportrouten z.B. bis nach Südfrankreich dokumentiert.

Es wird über den Brand der „Atlantik Cartier“ am 1.5.2013 im Abstand weniger 100m zur Großveranstaltung „Evangelischer Kirchentag“ berichtet. Im Schiff waren zeitgleich u.a. Munition, Raketentreibstoff und UF6 (Wikipedia: Uran(VI)-fluorid (UF6), meistens Uranhexafluorid genannt, ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es ist ein farbloser, kristalliner Feststoff, der leicht flüchtig, radioaktiv und äußerst giftig ist. Es ist eine sehr aggressive Substanz, die nahezu jeden Stoff und auch jedes biologische Gewebe angreift. Uranhexafluorid ist beständig in trockener Luft, reagiert jedoch sehr heftig mit Wasser. In den meisten Fällen wird es aus Uran(IV)-fluorid (UF4) durch Umsetzung mit elementarem Fluor (F2) gewonnen.). Die zusätzlichen Probleme (z.B. Feiertagssituation, mangelhafte Ausstattung der Feuerwehr) verdeutlichen die grundsätzliche Unbeherrschbarkeit der Gefahren. (mit Hinweis auf Murphys Gesetz : „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“). Die Aktivistengruppe hat dann in einer Pressemitteilung über diesen Brand informiert und Offenlegung gefordert. Diese Initiative haben sich dann nachfolgend „Die Grünen“ angeheftet; wiederholt haben sich „Die Grünen“ als Nicht-Verbündete dargestellt, insbesondere mit unpassenden politischen Entscheidungen.

Eine grobe Darstellung der Verarbeitungsschritte atomaren Materials, die zu diesen Transporten führen: Erz >> Yellowcake (= Uranerzkonzentrat, Anfang der Kette in Deutschland) >> >Frankreich> UF4/UF6 >> >Gronau> angereichertes UF6 >> >Lingen> Brennstäbe >> … >weltweit> Atomkraftwerke >>

Ausführliche Infos hierzu bietet diese Webseite: http://www.atomtransporte-hamburg-stoppen.de/

Positiv wird die Vielfalt der Widerstandsgruppen gesehen. Neben der Gruppe „Sand“ (https://sand.blackblogs.org/) hat sich in Hamburg auch der BUND dieses Themas angenommen (http://umweltfairaendern.de/2016/10/atomtransporte-drehkreuz-hafen-bund-fuer-atomfreies-hamburg/ ; http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2016/10/Atomtransporte-BUND-HH-AKEnergie09-2019.pdf). Wir wissen von der Robin Wood Gruppe (Hamburg/Lüneburg) (http://www.robinwood.de/wordpress/tag/atomtransporte/).

Die jährlich in Hamburg stattfindenden Lesetage „Lesen ohne Atomstrom“ widmen sich 2017 der Atomdrehscheibe Hamburger Hafen (http://www.lesen-ohne-atomstrom.de/index.php?option=com_content&view=category&id=1&layout=blog&Itemid=64).

Nach diesen Ausführungen sahen wir den ca. 30minütigen Dokumentarfilm „Deutschlands geheime Atomtransporte“ (wurde bereits vom ZDF gesendet). Gezeigt wird u.a. die Vorbereitung und Durchführung einer Aktion zum 1. Jahrestag des Brandes der „Atlantik Cartier“.

Die Recherchen und Aktionen haben evtl. bereits Veränderungen bewirkt:
– Verlagerung von Verkehr (evtl. nach Rotterdam oder Antwerpen).
– Reedereien vermeiden, in diesem Zusammenhang erkennbar zu sein (Image-Aspekt), (Logos sind nicht mehr sichtbar).

Weitere Stichworten:

– Umschlagunternehmen „C.Steinweg“: Anzeige wg. Hausfriedensbruch (im Rahmen einer Recherche/Dokumentation) wurde zur Vermeidung von Öffentlichkeit zurückgezogen.
– Nachweis von Falschaussage/Fehlinformation der hamburgischen Regierung/Verwaltung.
– Für den 14.11. wird ein Atomtransportschiff aus Russland erwartet, vermutlich mit Weitertransport per LKW.
– Die bremischen Häfen (Bremen und Bremerhaven) wurden von der Rot-Grünen Landesregierung für Kernbrennstoffe entwidmet. Das Bremer Verfassungsgericht hat das bestätigt; nun liegt das vor dem Bundesverfassungsgericht; evtl. wäre auch EU-Recht relevant („freier Warenverkehr“).
– In Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven werden keine Kernbrennstoffe mehr umgeschlagen; Die MOX-Brennelemente (aus Sellafield kommend) werden nun in Nordenham (an der Weser, gegenüber Bremerhaven) umgeschlagen.
– In Buchholz hat die Friedensgruppe bereits eine Aktion Richtung Politik durchgeführt, die Reaktion des Rates lautete (sinngemäß) „wir sind nicht zuständig“.
– Bonn wird als eine Stadt (mehrerer vernetzter Städte) genannt, die sich (ohne rechtliche Bindung) gegen Atomtransporte durchs Stadtgebiet ausgesprochen hat.
– Jochen Stay (Sprecher von .ausgestrahlt.de https://www.ausgestrahlt.de/ ) wird beim nächsten Arbeitstreffen den Themenvortrag „Vor dem nächsten Super-GAU. Atompolitik in Deutschland 5 Jahre nach Fukushima“ zu halten.

Atompolitik in Deutschland fünf Jahre nach Fukushima

Vortrag und Diskussion mit

Jochen Stay

(Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“)

Atomtransporte durch Buchholz – aber ist denn nicht der Atomausstieg beschlossen und demnächst vollzogen? Auch fünf Jahre nach dem angeblichen Atomausstiegs-Beschluss ist Deutschland zweitgrößter Atomstrom-Produzent Europas. Auch nach dem Abschalten des letzten Atommeilers 2022 werden die Abrissarbeiten noch Jahrzehnte dauern, und der Atomkreislauf läuft auch dann in Deutschland weiter: Urananreicherung und -verarbeitung in den weiter betriebenen Atomfabriken sowie die ungeklärte Entsorgung versprechen eine weiterhin strahlende Zukunft. Zur Zeit plant die Bundesregierung eine milliardenschwere Steuererleichterung für AKW-Betreiber. Gleichzeitig werden die Betreiber aus der Verantwortung für die Endlagerung ihres Mülls entlassen. Was haben wir wirklich aus Fukushima gelernt? Der Runde Tisch Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz hat Jochen Stay (Sprecher der Anti-Atom-Initiative „ausgestrahlt“) eingeladen, um über den Stand der atompolitischen Debatte zu informieren und mit uns zu diskutieren, wie man sich einmischen und was jede/r Einzelne tun kann, um der Atomwirtschaft die Stirn zu bieten.

Ort: Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop,

Steinstraße 2, 21244 Buchholz

Zeit: Dienstag, 22. November 2016, 19 Uhr

Eintritt frei

Bio Oase 2014

 

Impressionen vom Stadtfest 2014: Die Bio-Oase war erneut ein voller Erfolg und fand viel Zuspruch bei alten und neuen Bekannten. (Fotos: Ilona Reisen, Linda Engelmann, Ingo Engelmann)

Befragung der Bürgermeisterkandidaten

Der Runde Tisch befragte die Bürgermeisterkandidaten Jan-Hendrik Röhse und Joachim Zinnecker schriftlich vor der Stichwahl am 15.6.2014 zu Themen aus Natur- Umwelt- und Tierschutz.

Jan-Hendrik Röhse

Jan-Hendrik Röhse

Joachim Zinnecker

Joachim Zinnecker

Runder Tisch (RT): Werden Sie als Bürgermeister von Buchholz bereit sein, uns als Natur-, Umwelt- und Tierschutz-Bündnis zeitnah zu informieren, wenn Anträge an den Buchholzer Stadtrat und alle damit verbundenen Folge-Anträge, insbesondere zu den Themen a) „Bau von Nutztierställen in Buchholz/ im Landkreis Harburg“ und b) „Sondierung von Gebieten in Buchholz/im Landkreis Harburg, die für die Energiegewinnung durch Fracking in jeglicher Form genutzt werden sollen“, gestellt werden sowie über Abstimmungsdaten/-verfahren im Buchholzer Stadtrat und alle weiteren relevanten Informationen?

Jan-Hendrik Röhse (JHR): Ja, im Rahmen der allgemeinen Bürgerbeteiligung.

Joachim Zinnecker (JZ): zu a) Durch die von mir öffentlich gemachten Vorgänge bei Hähnchen- Mastanlage in Sprötze und Schweine- Mastanlage in Meilsen konnte eine breite Bürgerbewegung für die notwendige öffentliche Diskussion sorgen. Auch zukünftig halte ich eine zeitnahe Information der Öffentlichkeit bei solch relevanten Bauvorhaben für absolut notwendig.
zu b) Gleiches gilt für Fracking. Hier ist allerdings in erster Linie der Landkreis gefordert, die notwendige Transparenz herzustellen.

RT: Sind Sie bereit, uns als Buchholzer Natur-, Umwelt- und Tierschutz-Bündnis ein Mitsprache- bzw. Beratungsrecht im Buchholzer Stadtrat für alle natur-, umwelt- und tierschutzrelevanten Themen, insbesondere die beiden oben benannten, einzuräumen?

JHR: Dies ist nach den Vorschriften der Kommunalverfassung nicht möglich. Denkbar wäre jedoch grundsätzlich, dass ein Vertreter des Bündnisses als hinzugewähltes Mitglied des Planungsausschusses Mitwirkungsrechte erhält. Hinzugewählte Mitglieder sind durch den Rat zu bestimmen, nicht durch den Bürgermeister.

JZ: Die Umweltverbände haben in den städtischen Ausschüssen Sitz und Stimme. Hier ist eine Abstimmung unter den Verbänden erforderlich.

RT: Sind Sie bereit, sich auch mit den entsprechenden Fachverbänden (Nabu, BUND, Greenpeace etc.) zu beraten, wenn es um wichtige Entscheidungen im Umwelt- und Tierschutzbereich geht?

JHR: Ja.

JZ: Meine Politik zeichnet sich seit vielen Jahren durch eine enge Abstimmung mit den Fachverbänden aus. Die dort vorhandene Fachkompetenz muss unbedingt berücksichtigt werden.

RT: Unterstützen Sie grundsätzlich eine Bürgerbeteiligung im Bereich Natur-, Umwelt- und Tierschutz? Wenn ja, wie?

JHR: Ich unterstütze Bürgerbeteiligung in allen Angelegenheiten. Von der frühzeitigen Information bis zur Beratung und Diskussion mit Beteiligten, Betroffenen und Bürgern.

JZ: Für mich ist bürgerschaftliches Engagement enorm wichtig. Bei komplexen Themen ist die Bürgerbeteiligung  enorm wichtig für die Akzeptanz aller Maßnahmen. Ein gutes Beispiel für aktive Bürgerbeteiligung ist der Prozess zum Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes.

RT: Was können und werden Sie als Bürgermeister unternehmen, um Neubauten von Ställen oder anderen Einrichtungen zur Massentierhaltung in Ihrem Einflussbereich zu verhindern?

JHR: Soweit sich diese Neubauten und Einrichtungen im Rahmen der gesetzlichen Bestimmungen bewegen, und der Antragsteller einen Rechtsanspruch auf Genehmigung hat, kann ein Bürgermeister in rechtlicher Hinsicht einen derartigen Bau nicht verhindern.

JZ: Der Einfluss des Bürgermeisters ist nur in Zusammenarbeit mit dem Rat zu sehen. Die Verhinderung von Bauten richtet sich nach dem Bundesbaugesetzbuch. Der Bürgermeister kann allerdings gemeinsam mit dem Landkreis  Auflagen erteilen. Die Handlungsempfehlungen des Niedersächsischen Landwirtschaftsmini

Faszination Therapeutisches Reiten

Referentinnen: Caroline Hilgers, Physio- und Hippotherapeutin Heidi Eichhorn, Landesbeauftragte für Therapeutisches Reiten und Leiterin des Zentrums für Therapeutisches Reiten in Hamburg

Nach einer kurzen Begrüßung und Einleitung durch Sonja, begannen die Referentinnen ihren Vortrag anhand einer Grafik zum Beziehungsgeflecht der Aspekte Pferdesport – Pädagogik – Medizin – Psychologie mit den 5 Einsatzbereichen des Therapeutischen Reitens: unter sportlicher Motivation, zur heilpädagogischen Förderung, beim psychotheraputischen Reiten, als ergotherapeutische Behandlung sowie zum medizinischen Einsatz (Hippotherapie).

Diese Einsatzbereiche wurden anschließend genauer vorgestellt:

Therapeutisches Reiten wird medizinisch auf neurophysiologischer Grundlage eingesetzt; behandelt und stimuliert werden Bewegungs-/Beweglichkeitsdefizite. Eine physiotherapeutische Ausbildung mit entsprechender Weiterbildung ist hierfür Grundlage. Man macht sich die verwandten Bewegungsmuster (Schrittmuster, Schrittlänge, Schrittfrequenz) von Pferd (in der Gangart „Schritt“) und Mensch zu nutze. Dabei werden dreidimensionale Schwingungsimpulse (Drehbewegung, Beckenkippen und Auf-und-Ab) vom Pferd auf den Patienten übertragen. Dieses Wirkprinzip wird in einem Film sehr anschaulich modellhaft und in der Anwendung gezeigt. Die Therapeutin geht neben Pferd und Patient und gibt Kommandos an die das Pferd führende Person. Je nach Krankheitsbild werden unterschiedliche Bewegungsmuster/Schrittfolgen/Richtungswechsel durchgeführt. Beispielsweise bei folgenden Erkrankungen kann Therapeutisches Reiten medizinisch eingesetzt werden: neurologische Erkrankungen, MS, Schlaganfall, Gleichgewichts- und Koordinationsstörungen, cerebrale Störungen, Querschnittslähmung, frühkindliche Schädigungen. In einem weiteren Film wird die Behandlung eines Kindes mit spastischer Tetraparese gezeigt, es wird deutlich, wie sehr das Kind durch die Behandlung und den Kontakt zum Pferd angeregt und erfreut wird. Die Referentinnen machen deutlich, dass durch Therapeutisches Reiten eine Heilung aber nicht möglich ist.

Die heilpädagogische Förderung kann von Psychologen, Pädagogen und Erziehern durchgeführt werden. Im „Centrum für Therapeutisches Reiten“ der Referentin Heidi Eichhorn kommen z.B. SchülerInnen aus Förderschulen. Deren Defizite (z.B. ADHS, Wahrnehmungsstörungen, Sozialkompetenz) werden durch Arbeit mit dem Pferd and der Longe, beim Voltigieren (aber nicht beim Reiten!) behandelt. Verbessern lassen sich dadurch z.B. Selbstwertgefühl, Selbsteinschätzung, Konzentrations- und Lernfähigkeit, Umgang mit Emotionen, personale und soziale Entwicklung (Sozialverhalten).

Im Rahmen von Ergotherapie kann eine „sensorische Integrationsbehandlung“ erfolgen. Trainiert werden dabei z.B. Fühlen, Motorik (Beweglichkeit, Geschicklichkeit) und Beziehungsaufbau. Auch hier wird das Selbstwertgefühl gesteigert. Der psychotherapeutische Ansatz wurde nicht konkret erörtert.

Bevor abschließend das Therapeutische Reiten (und Fahren) als Pferdesport für Menschen mit Behinderung erörtert wurde (auch hier mit einem Film u.a. mit Bein- oder Armamputierten ReiterInnen bei den Paralympics bzw. Specialympics),

gingen die Referentinnen auf die Therapiepferde ein: Die Pferde müssen ruhig und verständig sein, diese Reife haben sie nicht vor dem 5. oder 6. Lebensjahr. Bisher wurden dem o.g. Centrum geeignete Pferde angeboten. Vor dem Einsatz als Therapiepferd steht eine umfangreiche Ausbildung des Pferdes. So darf ein Therapiepferd nicht schrecken und auch nicht auf unbewusst ausgeübte Aktionen des Reiters/Patienten reagieren. Es muss auf den/die FührerIn hören, nicht auf den Reiter, es muss kräftig und ausdauernd, geduldig und intelligent sein. Auch spezielle Bewegungsabläufe, wie z.B. langsames Anhalten müssen eingeübt werden. Ein solches

Mit diesem Film wurde die Synchronität von Pferde- und Menschenschritt verdeutlicht und die Übertragung auf den reitenden Patienten gezeigt.

Die Referentinnen: Heidi Eichhorn (links) Caroline Hilgers (rechts)

Therapiepferd erhält große Wertschätzung von PatientInnen und TherapeutInnen. Hier wird ein Film mit Reit-Behandlung und Interviews von PatientInnen gezeigt. Vor dem jeweiligen Einsatz werden die Pferde aufgewärmt und gelockert.

An einen kräftigen Applaus schloss sich direkt eine vielfach genutzte Fragerunde an:

Besonderheit des Pferdes im Vergleich zu anderen Therapie-Tieren (z.B. Delphin, Hamster)? => das getragen werden, darauf sitzen, Pferde kommen auf den Menschen zu, „sehen hinter die Maske“.

Ausbildungswege zur Hippotherapeutin? => Deutsche Kuratorium für Therapeutisches Reiten e.V. (www.dkthr.de/ )

Finanzierung der Behandlung? => nicht durch die Krankenkassen, nur ganz selten als Einzelfallentscheidung; ein Nord-Süd-Gefälle in der Kostenübernahme durch Krankenkassen ist nicht bekannt. Das Unfallkrankenhaus Boberg kooperiert aber seit vielen Jahren mit dem o.g. Centrum.

Welchen Ausgleich erhalten die Pferde? => sie werden „normal“ geritten, haben durch Ausritte Abwechslung. Weidehaltung. Schutz der Tiere durch Ablehnung der Behandlung z.B. von übergewichtigen PatientInnen oder PatientInnen mit starker Spastik. Die Pferde werden mit Akupunktur und Reiki unterstützt und dürfen auf dem Hof alt werden.

Dauer + Kosten der Therapieeinheit? => 20 Minuten, 35€. Ein positiver Effekt kann sich schnell einstellen, für nachhaltige Effekte ist aber eine wiederholte Therapie nötig.

Ängstliche Menschen? => Langsam heranführen! Überzeugungsarbeit in Gespräch und Anschauung. Überwindung und Erlebnis lösen Anspannungen.

Reiten im Alter? => Es gibt Angebote für Anfänger und Wiederaufsteiger („50+“, „60+“).

Wirkprinzip? => Der/Die TherapeutIn bewirkt mit dem Handling des Pferdes eine Impulsgebung auf den/die PatientIn.

Mit nochmaligem Applaus und Dank an die Referentinnen endete die interessante, gut besuchte Veranstaltung.

Text: Jens Meyer

Artgerecht ist nur die Freiheit – Lesung mit Hilal Sezgin

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Noch fünf Minuten – fast kein Platz mehr frei…

Über 50 Buchholzer hatten sich in der Buchhandlung Heymann eingefunden, um der Journalistin und Autorin Hilal Sezgin zuzuhören. Diese las zunächst aus ihrem neuesten Buch „Artgerecht ist nur die Freiheit – Eine Ethik für Tiere oder warum wir umdenken müssen“.  Die anschließende Diskussion dauerte länger – praktische Nachfragen und grundsätzliche Kommentare waren zahlreich. Worum ging es?

Frau Sezgin hat Philosophie studiert und schafft eine Verknüpfung von handfestem Erfahrungswissen (seit acht Jahren lebt sie in der Lüneburger Heide mit Schafen, Gänsen und Hühnern zusammen), und ethischen Überlegungen (rationale und emotionale Aspekte des In-Verantwortung-Seins). Ein Ausgangspunkt ist: so wie es Rassismus unter Menschen gibt, so kann man auch die Unterdrückung der Tiere als rassistisches Verhalten verstehen. Da werden Wesen unterdrückt, weil sie anders sind. Natürlich sind Tiere nicht wie wir, fühlen nicht wie ich oder du, nehmen anders wahr. Wie soll ein Mensch sich hineinfühlen und -denken in die Welt einer Fledermaus, die sich per Echolot orientiert? Wie soll man nachempfinden, wie ein Biber sich fühlt, wenn er Dämme baut und Flüsse staut (selbst wenn man wie Frau Sezgin als Kind mit Hingabe Bäche gestaut hat)?  Natürlich sind Tiere anders. Aber in ihrer Fledermaus- oder Biber-Welt gibt es ebenso ein Wohlsein wie bei uns Menschen. Diese gleichen Rechte und Möglichkeiten zu propagieren, hat nichts zu tun mit der falschen Vermenschlichung von Tieren („Sie leiden und lieben wie wir“… na ja).

Dieses jeweils eigene Wohlsein einer Tierart wird von uns Menschen konsequent, nachhaltig und mit großer Brutalität zerstört. Kinder werden von den Müttern getrennt (Milchkühe) oder lernen diese gar nicht erst kennen (Küken). Bindungen werden ignoriert oder verhindert (bei Menschen endet das im kaspar-Hauser-Syndrom, bei Tieren ist es Alltag). Durchschnittlich fünfhundert Mal ruft ein Kälbchen am ersten Tag nach der Trennung von seiner Mutter nach ihr. Muss sein, wenn man Milch verkaufen will, auch auf Bio-Höfen. Frau Sezgin wurde zur Veganerin, nachdem ihr dies sehr augenfällig klar geworden war: Bio ist keine Alternative für die Kälbchen. So raffiniert auch die „Abtrennverfahren“ sind, mit denen kleinere Schritte zur Verwaisung des Kälbchens konzipiert werden, es bleibt im Kern das gleiche Prinzip: die Geburt des Kälbchens geschieht einzig, um die Mutterkuh zur Milchproduktion zu bringen.

Frau Sezgin zeigte auf, dass alle Tiere in Mast und Zucht einem vorschnellen Tod zustreben, und dass sie unfrei leben. Das sind die Kriterien von Sklaverei. Der Umfang dieser Katastrophe ist kaum vorstellbar: es werden in anderthalb Jahren weltweit so viele Tiere geschlachtet, wie überhaupt jemals Menschen auf der Erde gelebt haben. Seit der Steinzeit gab es ungefähr 65 Milliarden Menschen.

Sie betonte aber auch, dass es nicht nur um das Essen der Tiere geht (was unterscheidet denn das Tiere essen von dem tabuisierten Kannibalismus?), sondern auch um ein Ende der bedingungslosen Ausbeutung. Es geht letztlich um eine Frage der Herrschaft. Herrschaftsfreie Zustände sind schwer vorstellbar – aber eine wichtige Zielvision. Hier mündet vegane Lebensweise in politische Aktion. Beides ist nicht wirklich auf Dauer vorneinander zu trennen.

 

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In der Diskussion ging es um vegane Ernährung oder artgerechte Haltung von Hunden oder Pferden, um Zusatzstoffe wegen möglicher Mangelerscheinungen bei veganer Lebensweise und ähnliche handfeste Fagestellungern. Es ging aber auch um grundsätzliche Gedanken. Wenn Tieren ihr jeweils eigenes Wohlsein zugestanden wird, wie steht es dann mit Pflanzen? Und wie soll man es bewerten, dass durch Gentechnik oder industrielle Bewirtschaftung riesiger Agrarwüsten auch Pflanzen unterdrückt werden, missbraucht oder zerstört? Viele meinten, es bedürfe einer neuen Ethik, um sowohl tierischen als auch pflanzlichen Bewohnern unserer Welt ihre Rechte zu sichern. Andere fanden solche Überlegungen zu esoterisch. Viel Diskussionsbedarf, dem sich Frau Sezgin nicht immer in der gewünschten Weise gewachsen zeigte.

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Hilal Sezgin signiert

 

 

Tierversuche – sinnvoll, notwendig, ethisch vertretbar?

Referentin: Inge Prestele (Lobby pro Tier e.V.)

12. Vortrag in der Reihe „Mensch-Tier-Beziehung im Fokus“

Die Referentin kam über die Bürgerinitiative Lobby pro Tier e.V. (Mienenbüttel / Landkreis Harburg) zur Auseinandersetzung mit Tierversuchen. Das Labor für Pharmakologie und Toxikologie (LPT) mit Labor- und Sammellager-Gebäuden vor allem auch für Hunderte von Beagles lag lange unbeachtet im Grünen, mittlerweile sind die Autohof- und Logistikkathedralen an der A1 auf Tuchfühlung herangerückt. Nach Angaben des Betreibers auf seiner (mittlerweile von konkreten Zahlen gesäuberten) Homepage hält er bis zu 1500 Hunde vor, außerdem 500 Affen und 100 Katzen sowie 100 Schweine. Das Gros der vom LPT verbrauchten Tiere sind die 10.000 Mäuse und 12.000 Ratten. An diesen Tieren werden Prüfungen vorgenommen, mit denen man herausbekommen will, ob Stoffe giftig sind, ob sie Krebs auslösen, ätzen oder die Haut reizen usw. Auch jede Charge Botox, die in den Handel kommt, muss überprüft sein: ist der Stoff wirklich genauso giftig, wie er sein soll? Dazu prüft man, ob im Test „Botox LD 50“ mit einer vorgeschriebenen Menge des Nervengiftes wirklich genau die Hälfte der infizierten Versuchstiere nach eine festgelegten Zeitspanne tot sind. Für den Test unerheblich, aber unausweichlich: auch die andere Hälfte stirbt. Kurze Zeit später. Weiterlesen