Archiv der Kategorie: Allgemein

LPT – Versuchslabor sofort schließen!

Das Tierquäl-Labor in Mienenbüttel (Kreis Harburg) wird wohl dichtmachen – wenn der laufende Großauftrag abgearbeitet ist und die dabei verbrauchten Tiere entsorgt sind. Am 16.11.2019 wird eine Großdemonstration in Hamburg die Forderungen noch einmal mit vereinigten Kräften stützen: Das Labor in Mienenbüttel muss sofort geschlossen werden, nicht irgendwann. Tierschutz und Tierrechte können nicht zur Wiedervorlage vertagt werden. Die Tierschützer von „Lobby Pro Tier“ (was zufällig auch LPt abgekürzt wird…) und ihre Mitstreiterin Sabine Brauer haben ein Video erstellt bzw. mit der professionellen Unterstützung von Rudolf Rock & Die Schocker, Hugo Egon Balder, Henning Venske und mit der Stimme von Susi Salm produzieren lassen. Es ist auf YouTube verfügbar:

Die Großdemonstration beginnt am Sonnabend, 16.11.2019 um 14 Uhr am Hamburger Hauptbahnhof / Heidi-Kabel-Platz (Ausgang Richtung Kirchenallee)

Alternative Hafenrundfahrt „Gegen den Strom“ am 22.9.2019

Eine Delegation des Buchholzer Runden Tisches für Natur-, Umwelt und Tierschutz nahm am 22.9.2019 bei strahlendem Sonnenschein an der alternativen Hafenrundfahrt zu energiepolitisch relevanten Orten des Hamburger Hafens teil. Der Hafen zeigte sich von seiner Sonnenseite, und es gab idyllische und friedliche Orte. Aber es gab auch das Kohlekraftwerk Moorburg, mit dem es Vattenfall zum Betreiber einer der fünf größten CO2-Schleudern Deutschlands gebracht hat (das schmutzigste Kraftwerk in Jänschwalde hatte Vattenfall gerade noch abgestoßen). Man konnte an den Windrädern aber auch die Bemühungen der Container-Firmen ablesen, den Energieverbrauch ihrer Betriebe regénerativer zu gestalten. Und ein Kreuzfahrtschiff auf dem dritten Terminal mitten im Hafen war auch zu sehen. Den Urantransport haben die Firmen MACS und andere vom Athabaska-Kai gegenüber Ovelgönne verlegt in ein weiter entferntes Hafenbecken, wo sie nicht so gut zu beobachten sind. Der Hafenexperte Daniel konnte aber ein Foto der Buchholzer Gruppe zeigen, auf dem ein Uran-HF-Transport im Buchholzer Bahnhof dokumentiert worden war – beim ersten Tageslicht aufgenommen, sonst fahren die Züge gern in der Nacht. Eine hochinteressante, sehr empfehlenswerte Tour.

(Text und Fotos: Ingo)

Bio Oase 2019

Weinblätter und Gemüse werden mit einer Reis- Gemüsemischung gefüllt             (Foto: Linda)

Wildtiere im Zirkus – lebhafte Veranstaltung in Holm-Seppensen

Voice for the voiceless e.V. hatten am Samstag, den 23.02.2019, nach Buchholz i.d.N. geladen und Animals United e. V. folgte der Einladung in Form eines Vortrages zum Thema Tiere im Zirkus.
Peter informierte über die aktuellen Vorgänge in Aachen rund um den Circus Balu und zeigte wichtige Hintergrundinfos zum Thema Tiere im Zirkus auf.

Sachlich mit Einführung in das Säugetiergutachten, den rechtlichen Grundlagen und Verwaltungsinformationen konnte die gut 20-wöchige Kampagne, an der Animals United mit Peter und Sascha vertreten war, vorgeführt werden. Disharmonien zu den Vorschriften konnten aufgezeigt, insbesondere in der Tierhaltung und den Transporten.
Die Thematik wurde emotionaler und zeitnäher, Vorgänge des aktuellen Zeitraumes konnten angeführt werden – Elefantenausbruch des Circus Krone in Neuwied, grauenvolle Haltungen beim Circus Balu, ausufernde Gewalt des Circus Granada u.v.m.
Es wurden politische Forderungen formuliert und auch das Verhalten der Medien und Verwaltungen beleuchtet.

Im Anschluss an den Vortrag diskutierten die dreißig Teilnehmer der Veranstaltung noch eine halbe Stunde, bevor dann bei dem liebevollen veganen Büffet zugeschlagen wurde. Hier wurde selbstverständlich weiter diskutiert.

Am Rande der Veranstaltung stellte Birgit Rosenthal „Käfig beenden – die Europäische Bürgerinitiative“ vor. Weitere Informationen hierzu gibt es unter https://ciwf-int.endthecageage.eu/de-DE/live

 

            (Fotos: Ulrich Schulz)

       

Wildtiere im Zirkus auf der Wiese vor der Nordheidesporthalle, Buchholz (Fotos: Ingo Engelmann)

 

 

Wildtiere im Zirkus

Die Buchholzer Tierrechts-Gruppe von „Voice for the Voiceless“ lädt ein zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung im Holm-Seppenser Kulturbahnhof am

Samstag, 23. Februar 2019, 17 Uhr

Referenten sind die Tierrechtler Peter Hübner und Sascha Tressel, die seit Jahren namhafte Zirkusse bundesweit beobachten und die Praxis der Wildtierhaltung dort anprangern

https://www.facebook.com/fuertierrechte/.

Im Anschluss an die Veranstaltung gibt es ein veganes Buffet. Der „Runde Tisch“ empfiehlt aus der Erfahrung vergangener Kooperationen diese Information – und dieses Buffet!

Gespräch mit dem Bürgermeister

Gespräch mit dem Bürgermeister

Der Runde Tisch Natur-, Umwelt und Tierschutz und der Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse haben am 27. März 2018  ein zweistündiges Gespräch miteinander geführt. Der Runde Tisch wollte seine bisherigen Aktivitäten darstellen und Themen benennen, bei denen eine Kooperation mit der Stadt Buchholz angestrebt wird.

Das Gespräch verlief in offener und freundlicher Atmosphäre. Eine Reihe von Themen beschäftigt den Runden Tisch und den Bürgermeister gleichermaßen, so dass eine Zusammenarbeit sinnvoll ist. Dabei geht es zum Beispiel um den Umgang mit den ausgewilderten Stadttauben im Innenstadtbereich oder die Erhaltung des Stadtgrüns unter ökologischen Aspekten. Beim Thema der Atomtransporte durch Buchholz verwies Herr Röhse auf den Katastrophenschutzplan, der aktuell in der Entwicklung ist.

Der Runde Tisch stellte außerdem seine kritische Sicht auf den geplanten Abschuss von Wildschweinen im Steinbachtal dar. Auch der Besuch von Zirkussen in Buchholz, die Tiere (auch Wildtiere) unter z.T. erbarmungswürdigen Zuständen halten, wurde angesprochen. Der Runde Tisch regte an, sich bei Nachbargemeinden zu unterrichten, die solche Zirkusse in ihrem Bereich nicht dulden. Der Wunsch des Runden Tisches, die Koordination umweltrelevanter Themen in der Verwaltung in der Person eines Umweltbeauftragten zu bündeln, die es früher bereits gegeben hatte, stößt unter anderem auf Hindernisse im politischen Raum: die Verwaltung ist gehalten, Stellenkapazitäten eher zu verringern. Hier wäre es wohl erforderlich, dass der Runde Tisch mit den kommunalen Politikern Kontakt aufnimmt.

Der Runde Tisch würde sich freuen, den Bürgermeister beim kommenden Stadtfest auf der Bio-Oase begrüßen zu dürfen, die vom Runden Tisch seit über zehn Jahren mit ökologischen und veganen Speisen auf jedem Stadtfest durchgeführt wird.

(I. Engelmann)

Film „The End of Meat“ in Buchholz am 25.2.2018

Auf Initiative des Runden Tisches Natur-, Umelt und Tierschutz Buchholz (RTNUT) wird am Sonntag, 25.2.2018, um 11 Uhr im Movieplexx Kino (Bremer Straße) der neue Film „The End of Meat“ von Marc Pierschel gezeigt. Im Anschluss an die Filmvorführung gibt es Gelegenheit zur Diskussion mit dem Regisseur und anderen Fachleuten. Außerdem wird ein Bufett mit veganen Häppchen angeboten (vom Stadtfest weiß man: lecker, lecker!). Info-Stände von der Albert-Schweitzer-Stiftung, der Initiative „Animal Equality“, der Solawi-Gruppe „Solidarische Landwirtschaft Nordheide“ und der regionalen Gruppe „Voice for the Voiceless“  werden aufgebaut. Der Runde Tisch hatte vor vier Jahren auch schon den Film „Live and Let Live“ des Regisseurs gezeigt.

Bildergebnis für the end of meat
Der Film:

In seiner Dokumentation „The End Of Meat” beschäftigt sich Regisseur Marc Pierschel mit der Frage, wie eine Gesellschaft ohne Fleischverzehr und der damit einhergehenden Ausbeutung von Tieren aussehen könnte. Dazu interviewt Pierschel Philosophen, Wissenschaftler, Künstler und Aktivisten und gibt ihnen die Möglichkeit, ihre Ideen und Vorschläge darzulegen. Er trifft zwei Kanadier, die mit einem Hausschwein leben, trifft die Pioniere der veganen Revolution in Deutschland und reist in die erste vegetarische Stadt Indiens. Außerdem beschäftigt Pierschel sich mit einer Reihe Fragen, die geklärt werden müssen, bevor eine fleischfreie Gesellschaft Realität werden kann: Was tun mit den vielen Millionen Nutztieren, die auf der Welt leben? Wie wird künstliches Fleisch hergestellt? Wovon soll sich die Menschheit ernähren, wenn Fleisch als Lebensmittel wegfällt? Und wie hängen Ausbeutung und Unterdrückung von Tieren mit der Ausbeutung und Unterdrückung von Menschen zusammen?

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Interview mit Marc Pierschel im WDR:

Kein Fleisch, keine Milch, keine Eier und keine Wollsocken: Eine Welt, in der alle Veganer wären – mit dieser Zukunftsvision hat sich der Münsteraner Dokumentarfilmer Marc Pierschel beschäftigt. Seine Erkenntnisse fasst er im Film „The End of Meat“ zusammen, der zurzeit in ausgewählten Kinos läuft.

WDR: Die Wurst ist die Zigarette der Zukunft, sagt der Chef eines der größten Fleischproduzenten. Würden Sie dem zustimmen?

Marc Pierschel: Ja, wir können da eine Verschiebung beobachten. Traditionelle Unternehmen, die früher vegane und vegetarische Alternativen hergestellt haben, werden immer mehr von Fleischfirmen ersetzt. Neben Tierprodukten produzieren sie nun auch vegane und vegetarische Alternativen.

WDR: Sie leben seit 15 Jahren vegan. Heute ist die vegane Ernährung Trend und Thema in jedem Lifestyle-Magazin. Welches Umdenken hat da stattgefunden?

Pierschel: Das ist auch Thema meines Films. Ich gehe zurück auf die letzten sechs Jahre. Damals gab es diesen Skandal um das Pferdefleisch in der Lasagne. Die Debatte hat sich da in die Öffentlichkeit gewandelt. Wir beobachten, dass immer mehr Kochbücher zum Thema herausgekommen sind. Und der Begriff „vegan“ ist von der Nische in den Mainstream gerückt. Er hat sein Stigma verloren. Menschen sind dem offener gegenüber und „vegan“ gilt mittlerweile als nachhaltiger Lebensstil.

WDR: Sie stellen in der Doku Wissenschaftler vor, die mit vielen Zahlen aufwarten, aber auch ehemalige Fleischesser, die ein bestimmtes Erweckungserlebnis hatten. Was war die spannendste Begegnung während der Recherchen?

Pierschel: Eine der interessantesten Begegnungen war die mit Esther dem Wunderschwein. Das war ein vermeintliches Minischwein, das zwei Kanadier adoptiert haben. Dann hat sich allerdings rausgestellt, dass es ein normales Hausschwein ist. Mit dieser Situation mussten sie zurechtkommen. Im Zuge dessen haben sie ihre Ernährungsweise umgestellt. Sie leben jetzt auch vegan. Sie sind mit dem Schwein auf einen sogenannten Lebenshof außerhalb von Toronto gezogen und leben da jetzt mit verschiedenen geretteten Nutztieren.

WDR: Fleisch hat viel mit Kultur zu tun und ist immer noch ein Statussymbol. Und der Mensch ist ja ein Gewohnheitstier – können wir uns von unseren Jahrhunderte alten Traditionen so leicht verabschieden?

Pierschel: Das ist schon möglich. Es kommt darauf an, wie wir uns mit unserer Ernährung auseinandersetzen. Der Film geht auch auf das Thema Kulturfleisch ein. Es wird von Zellen, die Tieren entnommen werden, kultiviert und vermehrt. So kann man Fleisch herstellen, ohne Tiere zu schlachten. Viele Biotechnologie-Firmen forschen bereits dazu und Investoren wie Bill Gates oder Richard Branson stecken da Geld rein. Es geht aber nicht nur um Fleisch, sondern auch um Milch und Eier. Das ist ein rasant wachsender Markt und hoffentlich auch eine Zukunftstechnologie.

WDR: Sie setzen im Film öfters die Zielmarke 2050. Wie anders würde die Welt aussehen, wenn wir uns alle vom Fleisch verabschieden würden?

Pierschel: Ein Forscher der Universität Oxford sagt, dass wir bis zu 1,5 Billionen US-Dollar einsparen könnten, wenn wir global auf Fleisch verzichten und dadurch quasi die Schäden, die der Fleischkonsum zum Klimawandel und auf das Gesundheitssystem verursachen würde, einsparen. Dazu könnten wir auch noch fünf bis acht Millionen Leben retten, in der Hinsicht, dass sich die Sterblichkeitsrate dadurch vermindern würde.

https://www1.wdr.de/kultur/film/dokumentarfilm-the-end-of-meat-100.html

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Es gibt auch kritische Stimmen – zum Beispiel die Märkische Allgemeine Zeitung aus Brandenburg:

Hannover. Der fast schon religiöse Eifer, mit dem mancher Veganer andere von seiner Lebensweise überzeugen will, ist anstrengend. Auch Autor und Regisseur Marc Pierschel ist davon infiziert. In seiner Doku „The End of Meat“, in der er sich auf die Suche nach einer Welt ohne Fleischkonsum begibt, existieren nur Gut und Böse. Zwischentöne lässt er nicht zu.

Im Labor erzeugtes Fleisch als wünschenswerte Alternative

Kritische Aspekte des Veganismus fehlen. Pierschel beschreibt ausführlich die aus seiner Sicht grundlegend negativen Auswirkungen des Fleischkonsums, also die oft tatsächlich skandalösen Zustände in der Massentierhaltung, die gesundheitlich negativen Aspekte des Fleischessens oder die schlimmen Folgen für Umwelt und Klima.

Dieser verdammenswerten Welt der Fleisch(fr)esser stellt Pierschel die heile Welt des Veganismus gegenüber. Er zeigt das glücksbringende Zusammenleben von Mensch und Tier auf idyllischen Höfen. Er stellt „Esther the Wonder Pig“ vor, ein fettes Hausschwein in Toronto, das mit 1,1 Millionen menschlichen Abonnenten Facebook-Star ist. Für den Regisseur ist künstlich mittels Genmanipulationen und Experimenten in Laboren erzeugtes Fleisch eine wünschenswerte Alternative. Für ihn gibt es nur böses Kotelett oder gutes Tofu. Esther das Wunderschwein wird’s freuen.

http://www.maz-online.de/Nachrichten/Kultur/The-End-of-Meat-Koteletts-sind-boese

Stoppt Atomtransporte – Bilder von der Demonstration am 11. März 2017

Ein buntes Bündnis ökologischer und antikapitalistischer Gruppierungen aus Hamburg und umzu hatte zu einer Demonstration aufgerufen, um auf die kontinuierlichen Atomtransporte hinzuweisen, die fast täglich Hamburg anlaufen oder von hier weiterfahren – per Schiff, Bahncontainer oder LKW. Die Atomwirtschaft setzt auf den Umschlagplatz Hamburg, das sozusagen mitten zwischen Namibia, Russland, Südfrankreich und Lingen zu liegen scheint. Uranerz aus Afrika und Asien kommt nach Hamburg und wird weitertransportiert zu den Anreicherungsanlagen in Europa, von wo es dann letztendlich in Form von Brennstäben zu den einzelnen Atomkraftwerken geht. Auch wenn in Deutschland irgendwann keine Atomkraftwerke mehr laufen, geht der Urantransport durch unsere Wohnstube weiter.

300 Hamburger machten bei strahlendem Sonnenschein deutlich, dass sie nicht gewillt seind, diesen Unfug weiterhin heimlich, still und leise seinen Gang gehen zu lassen. Mit einer Kundgebung am Baumwall gegenüber dem Steinweg-Terminal, wo die Uranschiffe in der Regel auf halber Strecke zwischen dem König der Löwen und den Kreuzfahrtschiffen entladen werden, begann ein Weg entlang der Elbe bis zum alten Holzhafen. Dort residiert die Reederei MACS, die sich unter anderem auf den Urantransport spezialisiert hat. Ihr verspiegeltes Gebäude blickte hinreichend unfreundlich auf die gelben und grünen Fahnen. Diese Art von Öffentlichkeit liebt der Hamburger Kaufmann nicht. Er wird sich darauf einstellen müssen. Der Protest geht weiter.

Atomtransporte durch Buchholz

Informationsveranstaltung „Atomtransporte durch Buchholz“ am 25.10.2016

Petra erläutert, wie sie seit Jahrzehnten am „Anti-Atom-Thema“ aktiv ist. Das begann 1977, als oberirdische Atomversuche verboten wurden, schon damals wurde sie in Gorleben gesehen und fotografiert. 2003 rollten dann Castoren durch Buchholz, auch da gab es Widerstandsaktionen. Aus der Betroffenheit über Baumfällungen kam sie dann zu Greenpeace in Buchholz. Ihr ist der Ortsbezug wichtig. Sie hat auch Strahlenbelastungsanalysen von Pilzen initiiert. Seit 2014 wirkt sie an Atomtransportbeobachtungen mit, hier ist Beständigkeit von besonderer Bedeutung. Dazu wurde auch Informationsmaterial gesammelt, zusammengestellt und verteilt. Dies Engagement bringt inzwischen zunehmende Aufmerksamkeit für das Thema Atomtransporte – dies zeigt sich beim Runden Tisch und auch beim Interesse der Polizei an den Aktionen.

Bericht eines Aktivisten der Gruppe „Systemoppositionelle Gruppe Atomkraft Nein Danke“ (SAND) in Hamburg:

Eine Gruppe Aktiver beschäftigt sich seit ca. 2009/2010 schwerpunktmäßig mit dem Thema „Atomtransporte in Hamburg“. Über die Partei „Die Linke“ werden Bürgerschaftsanfragen gestellt. Alle Auskünfte, die von der Hamburgischen Regierung/Verwaltung gegeben werden, sind immer rückblickend, es gibt also keine Informationen über geplante / anstehende / zukünftige Atomtransporte. Das Gleiche gilt für Auskünfte von Bundesamt für Strahlenschutz. Aus den gegebenen Informationen (z.B. Datum, letzter Abfahrtsort, Zielort) und anderen Quellen können dann regelmäßige Atomtransporte (im Liniendienst) und die Namen der eingesetzten Schiffe rekonstruiert und in die Gegenwart projiziert werden. Im Ergebnis werden ca. alle 1,5 bis 2 Tage Atomtransporte von und nach Hamburg (auf Straßen und Schienen) durchgeführt. In Deutschland finden ca. 10000 Atomtransorte per LKW in einem Jahr statt, auch an Buchholz vorbei, z.B. nach Lingen. Die Aktiven haben mit Hilfe anderer, vernetzter Gruppen entsprechende Transportrouten z.B. bis nach Südfrankreich dokumentiert.

Es wird über den Brand der „Atlantik Cartier“ am 1.5.2013 im Abstand weniger 100m zur Großveranstaltung „Evangelischer Kirchentag“ berichtet. Im Schiff waren zeitgleich u.a. Munition, Raketentreibstoff und UF6 (Wikipedia: Uran(VI)-fluorid (UF6), meistens Uranhexafluorid genannt, ist eine chemische Verbindung aus den Elementen Uran und Fluor. Es ist ein farbloser, kristalliner Feststoff, der leicht flüchtig, radioaktiv und äußerst giftig ist. Es ist eine sehr aggressive Substanz, die nahezu jeden Stoff und auch jedes biologische Gewebe angreift. Uranhexafluorid ist beständig in trockener Luft, reagiert jedoch sehr heftig mit Wasser. In den meisten Fällen wird es aus Uran(IV)-fluorid (UF4) durch Umsetzung mit elementarem Fluor (F2) gewonnen.). Die zusätzlichen Probleme (z.B. Feiertagssituation, mangelhafte Ausstattung der Feuerwehr) verdeutlichen die grundsätzliche Unbeherrschbarkeit der Gefahren. (mit Hinweis auf Murphys Gesetz : „Alles, was schiefgehen kann, wird auch schiefgehen.“). Die Aktivistengruppe hat dann in einer Pressemitteilung über diesen Brand informiert und Offenlegung gefordert. Diese Initiative haben sich dann nachfolgend „Die Grünen“ angeheftet; wiederholt haben sich „Die Grünen“ als Nicht-Verbündete dargestellt, insbesondere mit unpassenden politischen Entscheidungen.

Eine grobe Darstellung der Verarbeitungsschritte atomaren Materials, die zu diesen Transporten führen: Erz >> Yellowcake (= Uranerzkonzentrat, Anfang der Kette in Deutschland) >> >Frankreich> UF4/UF6 >> >Gronau> angereichertes UF6 >> >Lingen> Brennstäbe >> … >weltweit> Atomkraftwerke >>

Ausführliche Infos hierzu bietet diese Webseite: http://www.atomtransporte-hamburg-stoppen.de/

Positiv wird die Vielfalt der Widerstandsgruppen gesehen. Neben der Gruppe „Sand“ (https://sand.blackblogs.org/) hat sich in Hamburg auch der BUND dieses Themas angenommen (http://umweltfairaendern.de/2016/10/atomtransporte-drehkreuz-hafen-bund-fuer-atomfreies-hamburg/ ; http://umweltfairaendern.de/wp-content/uploads/2016/10/Atomtransporte-BUND-HH-AKEnergie09-2019.pdf). Wir wissen von der Robin Wood Gruppe (Hamburg/Lüneburg) (http://www.robinwood.de/wordpress/tag/atomtransporte/).

Die jährlich in Hamburg stattfindenden Lesetage „Lesen ohne Atomstrom“ widmen sich 2017 der Atomdrehscheibe Hamburger Hafen (http://www.lesen-ohne-atomstrom.de/index.php?option=com_content&view=category&id=1&layout=blog&Itemid=64).

Nach diesen Ausführungen sahen wir den ca. 30minütigen Dokumentarfilm „Deutschlands geheime Atomtransporte“ (wurde bereits vom ZDF gesendet). Gezeigt wird u.a. die Vorbereitung und Durchführung einer Aktion zum 1. Jahrestag des Brandes der „Atlantik Cartier“.

Die Recherchen und Aktionen haben evtl. bereits Veränderungen bewirkt:
– Verlagerung von Verkehr (evtl. nach Rotterdam oder Antwerpen).
– Reedereien vermeiden, in diesem Zusammenhang erkennbar zu sein (Image-Aspekt), (Logos sind nicht mehr sichtbar).

Weitere Stichworten:

– Umschlagunternehmen „C.Steinweg“: Anzeige wg. Hausfriedensbruch (im Rahmen einer Recherche/Dokumentation) wurde zur Vermeidung von Öffentlichkeit zurückgezogen.
– Nachweis von Falschaussage/Fehlinformation der hamburgischen Regierung/Verwaltung.
– Für den 14.11. wird ein Atomtransportschiff aus Russland erwartet, vermutlich mit Weitertransport per LKW.
– Die bremischen Häfen (Bremen und Bremerhaven) wurden von der Rot-Grünen Landesregierung für Kernbrennstoffe entwidmet. Das Bremer Verfassungsgericht hat das bestätigt; nun liegt das vor dem Bundesverfassungsgericht; evtl. wäre auch EU-Recht relevant („freier Warenverkehr“).
– In Bremen, Bremerhaven und Cuxhaven werden keine Kernbrennstoffe mehr umgeschlagen; Die MOX-Brennelemente (aus Sellafield kommend) werden nun in Nordenham (an der Weser, gegenüber Bremerhaven) umgeschlagen.
– In Buchholz hat die Friedensgruppe bereits eine Aktion Richtung Politik durchgeführt, die Reaktion des Rates lautete (sinngemäß) „wir sind nicht zuständig“.
– Bonn wird als eine Stadt (mehrerer vernetzter Städte) genannt, die sich (ohne rechtliche Bindung) gegen Atomtransporte durchs Stadtgebiet ausgesprochen hat.
– Jochen Stay (Sprecher von .ausgestrahlt.de https://www.ausgestrahlt.de/ ) wird beim nächsten Arbeitstreffen den Themenvortrag „Vor dem nächsten Super-GAU. Atompolitik in Deutschland 5 Jahre nach Fukushima“ zu halten.

Atompolitik in Deutschland fünf Jahre nach Fukushima

Vortrag und Diskussion mit

Jochen Stay

(Sprecher der Anti-Atom-Organisation „ausgestrahlt“)

Atomtransporte durch Buchholz – aber ist denn nicht der Atomausstieg beschlossen und demnächst vollzogen? Auch fünf Jahre nach dem angeblichen Atomausstiegs-Beschluss ist Deutschland zweitgrößter Atomstrom-Produzent Europas. Auch nach dem Abschalten des letzten Atommeilers 2022 werden die Abrissarbeiten noch Jahrzehnte dauern, und der Atomkreislauf läuft auch dann in Deutschland weiter: Urananreicherung und -verarbeitung in den weiter betriebenen Atomfabriken sowie die ungeklärte Entsorgung versprechen eine weiterhin strahlende Zukunft. Zur Zeit plant die Bundesregierung eine milliardenschwere Steuererleichterung für AKW-Betreiber. Gleichzeitig werden die Betreiber aus der Verantwortung für die Endlagerung ihres Mülls entlassen. Was haben wir wirklich aus Fukushima gelernt? Der Runde Tisch Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz hat Jochen Stay (Sprecher der Anti-Atom-Initiative „ausgestrahlt“) eingeladen, um über den Stand der atompolitischen Debatte zu informieren und mit uns zu diskutieren, wie man sich einmischen und was jede/r Einzelne tun kann, um der Atomwirtschaft die Stirn zu bieten.

Ort: Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop,

Steinstraße 2, 21244 Buchholz

Zeit: Dienstag, 22. November 2016, 19 Uhr

Eintritt frei